Wirtschaft : Am virtuellen Konferenztisch

ROLF OBERTREIS (MAIN)

FRANKFURT .Zunächst wollten die sieben Uhren im großen Saal des Frankfurter Kongreß-Zentrums nicht so wie sie sollten.Die Zeitangaben für Tokio, Sao Paulo und für andere der elf beteiligten Finanzzentren lagen nur mehr oder weniger richtig.Mit einem Blick auf ihre Armbanduhr konnten sich die weltweit angeblich 3000 beteiligten Minister, Banker, Finanzexperten und Manager aber am Mittwoch vergewissern, was die Stunde wirklich geschlagen hatte.Sonst freilich funktionierte alles auf der zweiten 24-Stunden-Weltfinanzkonferenz "Global 24", die das Frankfurter Bankersforum mit ihrem Chef Nader Maleki und dem Geld von Banken, Börsen und Großunternehmen auch in diesem Jahr wieder auf die Beine gestellt hatten.Die Satellitenleitungen zu elf Finanzplätzen in der ganzen Welt - von Beijng, Hongkong bis zu Sao Paulo, Tokio und Washington - funktionierten reibungslos.Auf den Videowänden in Frankfurt erschienen zum richtigen Zeitpunkt die angekündigten Diskussionsteilnehmer und ihre Stimmen waren ohne Makel zu vernehmen.Vier Mal gabes an diesem Tag eine weltweite Diskussionsrunde - ohne daß ein Teilnehmer stundenlang im Jet gesessen hat.Bei den ersten beiden ist Tokio noch dabei, dann gehen die Teilnehmer in Fernost schon wieder schlafen, während sich die Banker und Experten in Chicago erst allmählich warmreden.Inhaltlich verbreiten die Experten nichts Neues."Die Grenzen in der Finanzwirtschaft und Industrie überwinden" lautet das Motto von "Global 24".Neu ist diese Erkenntnis nicht, die meisten der beteiligten Banker führen ihre Unternehmer längst unter dieser Prämisse, weil der Wettbewerb ihnen keine andere Wahl läßt.So ist diese Konferenz in diesem Falle selbst das Ereignis - und nicht die vielen Statements und klugen Worte.Jeder weiß schließlich, daß auch in der Kreditwirtschaft der Markt immer enger wird.

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