Wirtschaft : Amadeus strebt an die Börse in Madrid

DÜSSELDORF/MADRID (ek/pot/HB).Das in Madrid ansässige Reservierungs- und Vertriebssystem Amadeus Global Travel Distribution S.A., an dem auch die Lufthansa beteiligt ist, will voraussichtlich im Herbst in Madrid an die Börse gehen.Über die Höhe des Plazierungsvolumens wurden keine Angaben gemacht.Angedeutet wurde lediglich, daß sich die bisherigen Aktionäre - neben Lufthansa die Fluggesellschaften Air France, Iberia mit jeweils 29,2 Prozent sowie die US-Gesellschaft Continental Airlines mit 12,4 Prozent - zum Teil von ihren Aktienpaketen trennen würden und zudem eine Kapitalerhöhung erwogen werde.In einer Ad-hoc-Mitteilung wurden Warburg Dillon Read und Merrill Lynch als globale Koordinatoren des Börsengangs genannt.

Amadeus ist nach eigenen Angaben Marktführer bei den globalen Vertriebssystemen von Reisedienstleistungen in Europa und Südamerika und habe eine starke Präsenz im US-Markt sowie in Afrika und im asiatisch-pazifischen Raum.Der weltweite Marktanteil liege bei etwa einem Drittel.Das 1987 gegründete System ist heute in 121 Ländern vertreten - mit 188 000 Buchungsterminals in 44 000 Reisebüros und den Verkaufsbüros von über 100 Fluggesellschaften.Über Amadeus können Flüge, Hotelzimmer und Mietwagen bei über 480 Fluggesellschaften, 61 Mietwagenfirmen und 47 000 Hotels sowie weitere Reisedienstleistungen gebucht werden.Der Umsatz lag nach eigenen Angaben 1997 bei 1,2 Mrd.US-Dollar (rund zwei Mrd.DM).

Die Absichten, an die Börse zu gehen, kommen nicht überraschend.So hatte Lufthansa-Chef Jürgen Weber bereits verschiedentlich die Trennung von der Beteiligung für 1998 angekündigt.Mit frischem Kapital will sich Amadeus nach Einschätzung von Branchenbeobachtern stark machen für den weiteren Wettlauf im Markt der Informationstechnologie.Die Hauptkonkurrenten, die US-Reservierungssysteme Galileo und Sabre, sind bereits börsennotiert.

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