Wirtschaft : Amazon ist optimistisch

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Berlin (mot). Der Internet-Händler Amazon hat mit einem positiven Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr überrascht. Im Gesamtjahr will das Unternehmen seinen Umsatz um 18 Prozent statt wie bisher vorausgesagt um 15 Prozent steigern. Außerdem soll 2002 ein Netto-Gewinn in ungenannter Höhe erzielt werden. Den Grund für den Optimismus liefert das zweite Quartal, in dem der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 21 Prozent auf 806 Millionen Dollar stieg und der Verlust von 168,4 Millionen auf nur noch 93,6 Millionen Dollar sank. Operativ verdiente Amazon eine Million Dollar, im zweiten Quartal 2001 war noch ein Verlust von 140 Millionen Dollar aufgelaufen.

„Wir haben die Preise gesenkt und trotzdem mehr Umsatz gemacht“, sagte Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber dem Tagesspiegel. „Die Kostenstruktur von Amazon geht Hand in Hand mit dem Wachstum“, auch wenn der Spielraum für Preissenkungen irgendwann kleiner werde.

Konzernchef Jeff Bezos hatte sich am Dienstagabend nach Börsenschluss besonders erfreut über das amerikanische Buchgeschäft mit seiner Zuwachsrate von 20 Prozent im zweiten Quartal gezeigt. Elektronik-, Werkzeug- und Küchenprodukte legten wegen Preiskürzungen ebenfalls zu.

Amazon ist der größte Internet-Einzelhändler der Welt. Das Unternehmen war als Buchhändler im Netz gestartet und mit dem Absturz der New Economy in Schwierigkeiten geraten. Insbesondere die hohen Kosten der Lagerhaltung machten Amazon zu schaffen. Inzwischen hat das Unternehmen seine Logistik verbessert und neue Geschäftsfelder aufgebaut. Erfolgreich scheint dabei vor allem die Internet-Plattform für den Gebrauchtwaren-Handel zu sein. Ähnlich wie der Marktführer Ebay bietet sich Amazon dabei als Dienstleister an, bei dem gebrauchte und neue Produkte ver- und gekauft werden können. Die Transaktionen Dritter über Amazon legten im zweiten Quartal um 20 Prozent zum Vorquartal zu und machten 35 Prozent aller Verkäufe in Nordamerika aus. In Deutschland hat Amazon nach Angaben Klebers fünf Millionen Produkte im Katalog.

Das Auslandsgeschäft in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Japan stieg insgesamt um 70 Prozent auf 218 Millionen Dollar. Das operative Pro-Forma-Ergebnis verbesserte sich im Ausland um 66 Prozent, und es fiel nur noch ein Verlust von zehn Millionen Dollar an. An der Börse gingen die guten Nachrichten unter. Die Aktie verlor bis zum Schluss 6,98 Prozent auf 13,99 Euro.

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