Wirtschaft : Amazon: "Manch nützlicher Tipp": Amazon im Test der Tagesspiegel-Wirtschaftsredaktion

"Einfach gestrickt" fand Redakteur Daniel Rhée Piening die Amazon-Buchtipps, nachdem er rund sechs Bücher in dem Internetkaufhaus erworben hatte. Weil er einen Krimi von Donna Leon bestellt hatte, empfahl ihm das Online-Kaufhaus lauter andere italienische Krimis. Einen davon ließ er auch prompt liefern - und wurde bitter enttäuscht. "Das Buch war unter jedem Niveau- wie ein Groschenheft", meint er. "Das ist, als ob man Goethe kauft und die Bild-Zeitung empfohlen kriegt, nur weil beides Deutsch ist". Er zählt lieber auf die persönliche Beratung seines Buchhändlers um die Ecke.

Praktikant Jan Brunzlow findet nur manche Empfehlungen nützlich. Und zwar nur die, die ihm zu einem bestimmten Thema weitere Autoren zeigen. "Alle anderen Tipps beachte ich nicht. Denn Stöbern tue ich in der Buchhandlung - bei Amazon weiß ich meist schon genau, was ich bestellen will". "Einmal habe ich für einen Freund zwei Playstation Spiele gekauft. Seitdem bekomme ich ständig Empfehlungen auch dazu, obwohl mich das gar nicht interessiert". Insgesamt findet er den Service aber gut.

Auch Ressortleiterin Ursula Weidenfeld kauft öfters bei Amazon ein - und findet, dass die Empfehlungen ihren persönlichen Geschmack so ziemlich genau treffen. "Je länger ich dabei bin, umso besser werden die Tipps", stellt sie fest. Ihr Problem: "Mein Mann und ich bestellen mit der gleichen Kundennummer - er ausschließlich Jazz-CDs, ich nur Bücher. Dann liegt Amazon öfters mal falsch".

Für Redakteur Maurice Shahd stöbert die Amazon-Software genau in der richtigen Richtung. "Durch die Empfehlungen bin ich sogar schon auf abseitige Club-Sampler gestoßen, die ich sonst selten finde".

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