Wirtschaft : Amerikaner bieten für Londoner Börse

Die Briten lehnen das neue Angebot ab

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London/New York - Mit einem feindlichen Übernahmeangebot hat die US-Technologiebörse Nasdaq ihren lange erwarteten zweiten Angriff auf die Londoner Börse LSE gestartet. Während die Deutsche Börse ihre Fusionspläne in der vergangenen Woche vorerst begraben musste, rückt ein Zusammenschluss zweier Schwergewichte der Börsenwelt damit näher. Neben der Mehrländerbörse Euronext könnte nun auch der größte Aktienmarkt Europas unter die Kontrolle eines US-Konkurrenten geraten. Aus der Kombination von Nasdaq und LSE entstünde die führende Börse der Welt: Dort wären 6 400 Firmen mit einem Gesamtwert von knapp zwölf Billionen Dollar notiert.

Nasdaq-Chef Bob Greifeld hat nach seinem gescheiterten Gebot vom vergangenen März nun noch einmal 40 Prozent draufgelegt und bietet 2,7 Milliarden Pfund (vier Milliarden Euro) für die Londoner Börse. Dennoch lehnte das Management der London Stock Exchange Verhandlungen über das Gebot ab, weil es den wahren Wert der LSE-Aktien „deutlich unterbewerte“.

Auch wenn die Nasdaq ihr Gebot als „endgültig“ bezeichnet hat, gehen Analysten und Banker davon aus, dass sie ihr Angebot tatsächlich noch einmal aufstocken muss, um den Zuschlag zu erhalten. Sie sehen aber kaum Alternativen zu einer Übernahme durch die US-Börse. Der Nasdaq gehörten bereits rund ein Viertel der LSE-Anteile. Gestern stockte die US-Börse ihren Anteil noch einmal auf fast 30 Prozent auf. Einer der wichtigsten LSE-Aktionäre, Scottish Widows, hat seinen Anteil von 3,3 Prozent an die Amerikaner verkauft. Weitere 30 Prozent der LSE halten nach Informationen aus Finanzkreisen Hedge-Fonds. HB

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