Amerikaner in Deutschland : US-Firmen auf hohem Niveau unzufrieden

Die USA sind der wichtigste Außenhandelspartner Deutschlands. US-Unternehmen setzen auf den Standort - doch ein paar Wünsche bleiben offen.

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Bernhard Mattes ist Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland und Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke.
Bernhard Mattes ist Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland und Vorsitzender der Geschäftsführung der...Foto: picture alliance / dpa

Sie wollen 2016 in Deutschland investieren, sie rechnen mit mehr Umsatz und Beschäftigung – aber die Energie- und Arbeitskosten sind ihnen nach wie vor zu hoch: US-Unternehmen in Deutschland bewegen sich mit ihren Geschäftsaussichten für das laufende Jahr „auf einem hohen Niveau“. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Business-Barometers der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham), das am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. 81 Prozent (2015: 79 Prozent) der befragten US-Firmen erwarten demnach in diesem Jahr ein Umsatzplus. 35 Prozent (44 Prozent) wollen Arbeitsplätze schaffen, 37 Prozent (39 Prozent) mehr investieren. Die 48 Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligten, stehen den Angaben zufolge mit rund 230 000 Mitarbeitern für einen Jahresumsatz von 90 Milliarden Euro. „Das Geschäft blüht“, sagte AmCham-Präsident Bernhard Mattes. „Der gute Ruf Deutschlands unter den US-Unternehmen sollte allerdings nicht unseren Blick für die Bereiche trüben, in denen Handlungsbedarf besteht.“ So äußerten sich 59 Prozent unzufrieden über hohe Energiekosten. 37 Prozent beklagten die Arbeitskosten, die in den meisten europäischen Ländern niedriger sind. Jedes vierte Unternehmen erwartet, dass sich die Rahmenbedingungen am Standort Deutschland verschlechtern. Bislang schätzen US-Firmen hierzulande vor allem die Qualität der Mitarbeiter, die Zulieferernetzwerke und die Infrastruktur. „Die politischen Entscheidungsträger müssen nun handeln“, forderte AmCham-Präsident Mattes.

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