Wirtschaft : Amerikanischer Marktführer will US-Airways übernehmen

Die weltgrößte Fluggesellschaft United Airlines will offensichtlich den Konkurrenten US-Airways übernehmen. Nach US-Medienberichten vom Mittwoch bietet die UAL Corp., die Muttergesellschaft von United, für US Air 4,3 Milliarden Dollar (9,3 Milliarden Mark) in bar. United Airlines kooperiert in der Star Alliance mit der Deutschen Lufthansa, Singapore Airlines sowie anderen internationalen Fluggesellschaften. Die Unternehmen wollten offiziell zunächst nicht Stellung nehmen.

Sollte der Kauf von US Air gelingen, entsteht eine Gesellschaft mit knapp 27 Milliarden Dollar Umsatz, einer Flotte von 977 Flugzeugen, 6900 täglichen Flügen, 136.000 Mitarbeitern und jährlich 145 Millionen Passagieren.

Es ist zu erwarten, dass die US-Kartellbehörde eine solche Fusion genau prüfen wird. Ein Zusammenschluss dürfte nach Ansicht von Wall-Street-Analysten eine weitere Konsolidierung in der amerikanischen und der internationalen Luftfahrtbranche einleiten.

Nach den Informationen ist der Branchenführer bereit, zudem 7,3 Milliarden Dollar an Schulden und Leasingverträgen der US Air zu übernehmen. Damit hätte das Geschäft einen Wert von 11,6 Milliarden Dollar. United will laut den Berichten 60 Dollar je US Air-Aktie. Das wäre ein Aufgeld von 131 Prozent gegenüber dem letzten Kurs von 25,9375 Dollar. Damit will das Unternehmen offensichtlich Konkurrenzangebote erschweren. Durch die Übernahme der US Airways könnte United nicht nur die internationale Spitzenposition weiter ausbauen, sondern auch eine Schwachstelle im Flugverkehr an der US-Ostküste in Nord-Süd-Richtung beseitigen. Dort ist US Air sehr stark. Sie fliegt auch nach Europa. US Air hat im vergangenen Jahr 8,6 Milliarden Dollar umgesetzt und hat rund 40 000 Mitarbeiter. Sie verfügt über 383 Flugzeuge und hat ihren Sitz in Arlington (Virginia).

Dagegen dominiert die United mit Sitz in Chicago im Verkehr zwischen der Ostküste und der amerikanischen Westküste, sowie im Mittleren Westen der USA. Die UAL befindet sich zu 55 Prozent im Besitz der Mitarbeiter, und im zwölf Mitglieder zählenden Verwaltungsrat befinden sich drei Gewerkschaftsvertreter. Die Gesellschaft ist im Pazifik- und Transatlantikverkehr stark. Sie erzielte einen Umsatz von 18,3 Milliarden Dollar und hat eine Flotte mit 594 Maschinen. Sie hat mehr als 96 000 Mitarbeiter.

Um Kartellrechtsproblemen zu begegnen will United die US Air-Operationen am Reagan National Airport in Washington an Robert L. Johnson verkaufen, einen Medienunternehmer. Johnson ist Chef der BET Holdings, der Muttergesellschaft des Fernsehsenders Black Entertainment Television. Er willeine neue Fluggesellschaft bilden, die DC Air. Johnson wird wahrscheinlich die US Air-Tochter PSA Airlines kaufen, eine Nahverkehrsfluggesellschaft. Johnson gehört dem Verwaltungsrat der US Air an.

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