Wirtschaft : Amerikas Aufgaben

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Ausländische Unternehmen in Amerika leisten Beträchtliches – das hat jetzt Matthew Slaughter, Ökonom an der Dartmouth Tuck School of Business, herausgefunden. 2002 begünstigten solche Unternehmen die USWirtschaft zum einen durch ihre Produktion, zum anderen durch das Zusammenspiel mit Firmen aus den USA. Unternehmen aus dem Ausland beschäftigten 2002 rund 5,4 Millionen Menschen in Amerika. Sie tragen zu Forschung und Entwicklung bei, qualifizieren Leute, außerdem betrug ihr Anteil am Export 2002 beachtliche 20 Prozent. Darüber hinaus beziehen diese Unternehmen Zwischenprodukte von inländischen Zulieferern. Und sie sorgen für eine Kultur von Innovation und Risikobereitschaft.

Doch es gibt keine Garantie, dass die weltbesten Firmen auch weiterhin so viel in den USA investieren werden. Denn es gibt reichlich Alternativen. China und Indien wachsen rasch und haben ihre Märkte geöffnet. Letzteres gilt auch für einige neue EU-Mitglieder. Der gesamte Fluss ausländischer Direktinvestitionen in die USA ist seit 2000 drastisch zurückgegangen – von einem Maximum von 314 Milliarden Dollar in 2000 auf 29,8 Milliarden in 2003. Zweifellos ist ein Teil des Rückgangs eine zyklische Reaktion auf den Schub der späten 90er Jahre.

Doch ein Teil könnte strukturell sein. 2003 bekam China erstmals mehr ausländische Direktinvestitionen als die USA. Es ist noch zu früh zu sagen, ob das Land an Attraktivität verloren hat. Aber es ist nicht zu früh, das Nötige zu tun, damit sie erhalten bleibt. Wir brauchen bessere Schulen, die Wissenschaft und Mathematik fördern. Die USA sind immer noch auf Forscher aus dem Ausland angewiesen. Es wird schwierig, sie in Amerika zu halten, wenn in ihren Heimatländern bessere Möglichkeiten für Forschung und Entwicklung locken. „Das Land steht vor einem wachsenden Wettbewerb, sie anzulocken und zu halten“, schreibt Slaughter. Recht hat er.

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