Wirtschaft : Amt fordert Maßnahmen zur Bewältigung des Kundenansturms

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Die nächsten großen Börsengänge werden entscheiden, welche Zukunft die Discount-Broker hier zu Lande haben. Während eines gut zweistündigen Gespräches mit dem Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) mussten die Institute der Behörde ihre Konzepte für den zu erwartenden Kundenansturm etwa beim Börsengang von T-Online, der Internettochter der Deutschen Telekom, vorlegen.

Das BAWe wollte die Broker mit diesem Treffen "bösgläubig" machen, heißt es. Die Institute sollten sich bei einem erneuten Zusammenbruch der Systeme nicht darauf berufen können, nichts gewusst zu haben. Das drastischste Szenario sei nach Angaben von Teilnehmern gewesen, dass die Institute keine neuen Kunden mehr aufnehmen dürften, so lange sie die alten nicht richtig bedienen können. Die massive Werbung, sämtliche Orders sofort auszuführen, könne jedoch mehr ein wettbewerbs-, als ein aufsichtsrechtliches Problem darstellen. Kritisiert wurde auch, dass einige Institute Kunden ohne Kontendeckung zeichnen ließen. Dadurch würden manche geradezu ermuntert, bei mehreren Brokern Depots zu eröffnen und wie wild parallel zu zeichnen. Dabei sind Gewinne bei Neuemissionen nicht garantiert. Es entsteht so die Gefahr, dass sich Anleger finanziell verschätzen.

Das BAWe regte neben den bereits bekannten Vorschlägen der Institute zur Beseitigung der Engpässe (mehr Personal, Orderverfahren stärker automatisieren) an, spezialisierte Call-Center einzurichten, etwa nur für Zeichnungswünsche. So würden normale Depotkunden von Emissionszeichnern nicht beeinflusst. Das Hauptproblem der Broker ist offenbar, dass sie auf dem Arbeitsmarkt derzeit kein geeignetes Personal bekommen.

Bei dem sehr "instruktiven Gespräch" unter Teilnahme von BAWe-Präsident Georg Wittich und Vertretern von Consors, Direkt Anlage Bank, Brokerage 24 und Comdirect habe das Amt teilweise Verständnis für die Situation der Broker geäußert. Probleme gäbe es auch, weil viele Kunden nicht in der Lage seien, das volle Instrumentarium der Broker zu spielen. Viele wollten nur telefonisch ordern.

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