Wirtschaft : An den Börsen geht die Angst um

Berlin - Anleger bewegen sich auf den internationalen Finanzmärkten wie auf dünnem Eis: Jeden Moment kann es zum Einbruch kommen. Am Dienstagmorgen sackte der Deutsche Aktienindex (Dax) zeitweise um mehr als drei Prozent ab – und durchbrach kurzzeitig sogar die 7000-Punkte-Marke. An knapp drei Handelstagen hatte er damit rund 500 Punkte verloren. Auch der Euro verlor deutlich an Wert und fiel bis auf Notierungen von 1,401 Dollar. Die Furcht vor einer unkontrollierten Ausbreitung der Schuldenkrise im Euroraum macht die Anleger extrem nervös. Schon am Montag war der Dax massiv gefallen, die New Yorker Börsen folgten – und sorgten wiederum am Dienstagmorgen für schlechte Laune in Asien und Europa. Der japanische Nikkei-Index fiel unter die 10 000-Punkte-Marke.

„An den Aktienmärkten geht die Angst um“, sagte Paul Mendelsohn, Chefstratege bei Windham Financial Services. Noch hätten die Marktteilnehmer die Hoffnung allerdings nicht aufgegeben. Sie setzten darauf, dass eine Lösung gefunden wird, damit die Lage der Euro- zone nicht außer Kontrolle gerate. Meldungen, es könne noch in dieser Woche einen Sondergipfel der EU-Staaten geben, ließen die Märkte am Nachmittag etwas Luft holen. Dax und Euro erholten sich. Auch die am Morgen noch sehr schwachen Finanztitel stabilisierten sich. CommerzbankAktien lagen bei Handelsschluss 0,3 Prozent im Minus. Aktien der italienischen Großbank Unicredit gewannen nach heftigen Kursabschlägen zuletzt 3,1 Prozent. Zur Begründung zitierten Börsianer die Erklärung der EU-Finanzminister, die bei ihrem Treffen in Brüssel am Dienstag mitteilten, zur Eindämmung der Schuldenkrise stünden die 27 EU-Staaten bereit, kriselnde Banken mit staatlichem Geld vor der Pleite zu bewahren. mot

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