Wirtschaft : An der Börse herrscht gute Laune

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Frankfurt am Main Seit der Ankündigung von Neuwahlen wächst der Optimismus auch an der deutschen Börse. Die Aktienkurse zeigen seitdem kontinuierlich nach oben. Rund 5,5 Prozent haben die Kurse seitdem im Schnitt gutgemacht, seit Anfang Mai sogar neun Prozent. Am Freitag durchbrach der Deutsche Aktienindex (Dax) erstmals seit drei Jahren zeitweise wieder die Marke von 4600 Punkten. Ein Niveau, das Experten Anfang Mai noch allenfalls bis zum Jahresende für erreichbar hielten. Deshalb gehen Experten auch davon aus, dass es diese Woche erst einmal zu einer Verschnaufpause kommt.

Trotzdem: Die Stimmung auf dem Parkett ist so gut wie schon lange nicht mehr. Dazu trägt nicht nur der politische Meinungswandel im Lande bei, sondern auch die Bewegung im Unternehmenslager. Die Verhandlungen zwischen Hypo-Vereinsbank und der italienischen Unicredito signalisieren nach Ansicht von Beobachtern das generell gestiegene Interesse des Auslands an Deutschland. Auch der erfolgreiche Börsengang von MTU zeigt, dass die Börse wieder läuft.

Beobachter wie Analyst Wieland Staud (Staud Research) orakeln schon von einem Dax-Stand zwischen 5400 und 5500 Punkten, ohne allerdings einen Zeitpunkt dafür zu nennen. In diesen Regionen bewegte sich das Börsenbarometer zuletzt vor vier Jahren. Andere Börsianer sprechen von einer „selbstlaufenden“ Aufwärtsbewegung.

Den Experten der Commerzbank zumindest klingt das alles zu euphorisch. „Dem Markt könnte etwas die Puste ausgehen, zumal auch von konjunktureller Seite neue Wolken aufziehen.“ Der wieder gestiegene Ölpreis sorgt ebenfalls für Stirnrunzeln, zumal der schwächere Euro die Ölrechnung weiter verteuert. „Einiges spricht für eine bevorstehende Konsolidierungsphase“, heißt es bei der Commerzbank.

Generell behalten Bankstrategen aber ihre positive Meinung für Aktien bei. „Die Aktienmärkte sind sowohl gegenüber historischen Durchschnittsbewertungen als auch gegenüber dem Rentenmarkt sehr attraktiv bewertet“, meinen die Strategen der DZ Bank. Bei Kursrückschlägen raten sie Anlegern nachzukaufen. Auch Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt sieht europäische Aktien im Vergleich zu Anleihen so günstig wie seit März 2003 nicht mehr. ro/HB

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