Wirtschaft : An der Küste beginnt die Tarifrunde 2000

Unter dem Vorzeichen der im Bündnis für Arbeit getroffenen Vereinbarungen beginnt am Mittwoch die Tarifrunde für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Den Auftakt bildet der mit 180 000 Beschäftigten relativ kleine Tarifbezirk Küste, bevor in den nächsten Tagen Gespräche in größeren Regionen beginnen. Die IG Metall startete am Dienstag eine bundesweite Plakataktion mit der Botschaft "5,5 Prozent - Das haben wir uns verdient". Dies wurde von den Arbeitgebern prompt als "Rückfall in alte Kampfrituale" kritisiert. Gesamtmetall-Präsident Werner Stumpfe sagte zu der Mobilisierungskampagne, eine solche Aktion habe das Bündnis für Arbeit nicht verdient. Kein Plakat der Welt könne darüber hinwegtäuschen, dass die Gewerkschaft mit ihrer Forderung nur Unheil am Arbeitsmarkt stifte. Die IG Metall sei dabei, jede aufkeimende Hoffnung auf eine Wende in der Tarifpolitik zu zerstören. "Wie sollten wir noch für eine Beschäftigungsbrücke Jung für Alt bei unseren Unternehmen werben, wenn die Gewerkschaft jetzt mit allen Mitteln für die 5,5 Prozent mobilisiert. Zwickel machte dagegen bei der Vorstellung der Kampagne deutlich, dass er das Bündnis für Arbeit nicht durch die Forderung für gefährdet hält. Man dürfe den Beschäftigungspakt nicht verklären, sagte der IG-Metall-Chef. Im Bündnis gehe es um eine politische Vereinbarung und nicht um Tarifpolitik. Die werde von den Tarifparteien gemacht. Zwickel verwies dabei auch auf den im vergangenen Jahr erzielten Abschluss in der Metallindustrie von 3,2 Prozent, unter dem die Branche entgegen ihren Verlautbarungen nicht gelitten habe. Vielmehr gehe es der Branche in diesem Jahr deutlich besser als 1999. Aus dem Forderungsvolumen von 5,5 Prozent will die IG Metall sowohl Lohn- und Gehaltserhöhungen als auch einen früheren Renteneinstieg finanzieren, der nun "Ausstieg mit 60" heißt.

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