Wirtschaft : an Peter Lischke Verbraucherzentrale Berlin

Belege aufheben

an Peter Lischke

Wie lange muss ich – etwa für das Finanzamt oder evtl. Nachforderungen – Kontoauszüge, Überweisungsbelege und Rechnungen aufbewahren?

Für die persönliche Aufbewahrung entsprechender Unterlagen gibt es keine gesetzliche Verpflichtung. Allerdings sollten zur persönlichen Sicherheit und Kontrolle Rechnungen und Überweisungsbelege zumindest für die Dauer der allgemeinen Verjährungsfrist aufbewahrt werden. Diese Frist beträgt gemäß Paragraf 195 BGB drei Jahre. Beginn der regelmäßigen Verjährungsfrist ist der Schluss des Jahres, mit dem der Anspruch entstanden ist. Insoweit sollten diese Belege mindestens vier Jahre aufbewahrt werden.

Dokumente und Unterlagen im Zusammenhang mit einem Grundstück sollten länger aufgehoben werden, denn entsprechende Ansprüche aus Rechten an einem Grundstück verjähren nach zehn Jahren (Paragraf 196 BGB). Die Aufbewahrungsfrist von Kaufverträgen ergibt sich aus Paragraf 238 BGB. Danach verjähren Ansprüche aus diesen Verträgen innerhalb von zwei Jahren; lediglich bei Grundstücken beträgt die Frist fünf Jahre.

Verbraucher sollten also die folgenden Aufbewahrungsfristen einhalten: Kontoauszüge und andere Bankbelege sollten vier Jahre aufbewahrt werden, Versicherungspolicen so lange wie die Versicherung läuft. Bis zum Rentenbeginn empfiehlt sich die Aufbewahrung von Feststellungsbescheiden der Rentenversicherung, Jahresentgeldmeldungen vom Arbeitgeber sowie Leistungsnachweisen von Arbeitsamt und Krankenkasse. Mietverträge sollten bis vier Jahre nach Ende des Mietverhältnisses in den Akten bleiben, Kaufverträge zwei Jahre, Arzt-, Handwerker-, Lieferrechnungen vier Jahre. Für Steuerunterlagen gilt: Belege über Werbekosten, Sonderausgaben etc . bis zur Rechtskräftigkeit des Steuerbescheides aufbewahren.

Wesentlich längere Fristen gibt es für Unternehmen. Hier sind in einer Vielzahl von Gesetzen, nicht nur im Steuerrecht oder im Handelsgesetzbuch unterschiedliche Aufbewahrungsfristen geregelt. Zum Beispiel müssen Ein- und Auszahlungsbelege einschließlich geleisteter Quittungen sechs Jahre, Kontokarten zehn Jahre, Unterlagen zu erloschenen Konten ebenfalls zehn Jahre in den Unternehmensakten bleiben.

– Haben Sie auch eine Frage?

Dann schreiben Sie uns:

E-Mail:

Redaktion.Geld@tagesspiegel.de

Postanschrift: Verlag Der Tagesspiegel,

Redaktion Geld, 10876 Berlin

0 Kommentare

Neuester Kommentar