Wirtschaft : an Wolfgang Wawro Steuerberater

Unterhalt von der Steuer absetzen

an Wolfgang Wawro

Ich bezahle Unterhalt für meine geschiedene Ehefrau. Kann ich diese Zahlungen steuerlich absetzen?

Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten können als außergewöhnliche Belastung oder als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Die Unterhaltsleistungen als außergewöhnliche Belastung sind bis 7680 Euro absetzbar, wobei sich dieser Höchstbetrag um alle Einkünfte und Bezüge des Empfängers kürzt, soweit sie 624 Euro überschreiten.

Günstiger ist in aller Regel die Berücksichtigung als Sonderausgaben , das so genannte Realsplitting. Voraussetzungen dafür sind, dass der Unterhaltsgeber dies mit Zustimmung des Leistungsempfängers beantragt und dass beide ihren Wohnsitz im Inland haben. Hat der Zahlungsempfänger seinen Wohnsitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union, geht das aber unter bestimmten Bedingungen auch.

Unterhalt ist in der tatsächlich geleisteten Höhe bis maximal 13 805 Euro pro Kalenderjahr abziehbar. Leistet der Geber an mehrere Ehegatten Unterhalt, gilt der Höchstbetrag für jeden geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten. Die Zustimmung erfolgt durch die Unterzeichnung der „Anlage U“ und gilt, so lange sie nicht widerrufen wird. Der Widerruf muss vor Beginn des Kalenderjahres erfolgen, in dem die Zustimmung erstmals nicht gelten soll.

Stimmt der Empfänger dem Antrag zu, werden ihm die Unterhaltsleistungen als sonstige Einkünfte unter Abzug einer Werbungskostenpauschale von 102 Euro angerechnet und zusammen mit eventuellen anderen Einkünften der Einkommensteuer unterworfen. Die eintretenden steuerlichen Belastungen sollten vom Unterhaltsleistenden ausgeglichen werden, weil er ja schließlich vom Sonderausgabenabzug profitiert. Die Zustimmung kann sogar davon abhängig gemacht werden, dass ein entsprechender Ausgleich erfolgt. Die Zustimmung zum Realsplitting ist im Allgemeinen ein einklagbarer Anspruch. Foto: Kai-Uwe Heinrich

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