Wirtschaft : Analysten befürworten Partnerschaft

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Analysten schätzen, dass sich der deutsche Metro-Konzern und die britische Kingfisher-Gruppe gut ergänzen würden. Gemeinsam wären die beiden Gruppen vor allem in Deutschland, Großbritannien und Frankreich, und damit den wichtigsten europäischen Märkten, gut vertreten.

Durch eine Zusammenlegung ließen sich vor allem im Einkauf Kosten reduzieren, sagte Jürgen Elfers, Chef-Analyst Einzelhandel der Commerzbank in London. Kingfisher ziele auf den deutschen Markt. Das Unternehmen sei bereits im Besitz der deutschen Elektromarkt-Kette Wegert, habe auf dem deutschen Elektro-Markt aber immer noch einen Marktanteil von nur 3,5 Prozent. "Der Markt ist extrem fragmentiert, da ist noch viel Spielraum", sagt Elfers. Metro würde sich als Partner anbieten, da die Gruppe mit Media Markt im Besitz der größten Elektronikkette Deutschlands sei.

Marc Josefson, Analyst bei der Bank Oppenheim (Sal), bestätigte, dass Kingfisher ein großes Interesse am deutschen Markt habe. Die Metro sei zum einen wegen ihrer Praktiker-Märkte interessant, den umsatzstärksten Heimwerkermärkten Deutschlands. Darüberhinaus würde Metro das Elektro-Geschäft von Kingfisher durch die Media Märkte gut ergänzen. Im Fall eines Zusammenschlusses seien kartellrechtliche Probleme allerdings wahrscheinlich.

Darüberhinaus habe Kingfisher ein Interesse daran, in den Lebensmitteleinzelhandel einzusteigen, nachdem die Fusion mit der britischen Kette Asda durch Wal-Mart verhindert worden war (siehe Kasten). Zu den Übernahmegerüchten der Metro durch Wal-Mart sagte der Analyst, er könne sich gut vorstellen, dass die drei Familien, die zusammen rund 60 Prozent an der Metro AG halten, einen Teil ihrer Aktien Papiere von Wal-Mart, dem stärksten Einzelhändler der Welt tauschen. "Das wäre nur logisch", sagte Josefson.

Der Druck, der auf deutschen Einzelhandelsunternehmen laste, sei groß, sagte der Chefvolkswirt des Deutschen Einzelhandelsverbandes, Robert Weitz, am Freitag. Im Inland sei das Wachstumspotenzial nur noch gering. Nur durch Verdrängung von Konkurrenten könnten die Unternehmen Marktanteile gewinne. Darum seien deutsche Konzerne grundsätzlich gut beraten, sich auf Märkte außerhalb Deutschlands zu konzentrieren. Interessant seien dabei die Länder, in denen die Gewinne besonders hoch seien, insbesondere Großbritannien und die südeuropäischen Länder. Neben den geringen Gewinnmargen in Deutschland sei auch der Kapitalbedarf bei strategischen überlegungen ein wichtiges Argument für eine Fusion. "Um auf Dauer auf dem deutschen Markt zu bestehen, muss man eine Menge Geld investieren", sagte Weitz. Das Werben um Kunden erfordere eine ständige Modernisierung der Verkaufsflächen. "Wir brauchen in Zukunft gewisse Finanzmittel."

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