Wirtschaft : Analysten begrüßen VW-Beteiligung - Einstieg ins Geschäft mit schweren Lkw

Analysten haben den Einstieg von Volkswagen bei dem schwedischen Lkw-Hersteller Scania für umgerechnet 3,3 Milliarden Mark in einer ersten Einschätzung am Montag begrüßt. Damit erreiche VW den seit längerem angestrebten Einstieg ins Geschäft mit schweren Nutzfahrzeugen, sagten Branchenbeobachter. Der schwedische Mehrheitsgesellschafter von Scania, die Firmenholding Investor, hatte zuvor mitgeteilt, VW werde 34 Prozent der Stimmrechte und 18,7 Prozent des Kapitals von Scania übernehmen.

Ein solcher Schritt war in Branchenkreisen erwartet worden, nachdem die Europäische Kommission die Fusion von Scania mit dem schwedischen Konkurrenten Volvo untersagt hatte. Volkswagen hatte sich bereits 1999 um eine Beteiligung an Scania bemüht, den Zuschlag hatte damals aber Volvo erhalten. Mit der Beteiligung kann Volkswagen nun auch schwere Lastwagen in der Klasse von acht bis 15 Tonnen anbieten. Die von VW gebauten Modelle decken nur die Fahrzeugklassen bis 4,6 Tonnen ab.

Analyst Peter Seppelfricke von Bankhaus M.M. Warburg sagte, die Beteiligung mache Sinn. Für den Einstieg in das Lkw-Geschäft zahle VW jedoch einen hohen Preis. Durch die Beteiligung rücke VW im Lkw-Geschäft in Westeuropa auf den zweiten Platz hinter der mit Abstand führenden DaimlerChrysler AG. Scania hat einen Marktanteil von 14,9 Prozent, die Daimler-Hauptmarke Mercedes 20 Prozent. Knapp dahinter folgt Volvo mit 14,7 Prozent.

Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler begrüßte die Beteiligung ebenfalls. Zugleich verwies er darauf, dass der Konkurrent Volvo weiter an Scania beteiligt sei und auch Investor einen Anteil behalten wolle. Damit habe Volkswagen keinen leichten Status, weil sich die Scania-Anteilseigner bei unternehmerischen Entscheidungen gegenseitig blockieren könnten. Langfristig rechne er damit, dass VW die Mehrheit bei Scania übernehmen werde, sagte Pieper. Das Investment bei dem weltweit attraktivsten Lkw-Hersteller Scania sei für VW interessant, betonte er.

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