Wirtschaft : Analysten rechnen nicht mit "weißem Ritter"

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Berlin - Der Schering-Konzern bereitet sich auf eine Abwehrschlacht gegen den Angreifer Merck vor – welche Waffen die Berliner wählen, ist allerdings noch offen. „Es gibt ein ganzes Arsenal von Abwehrmaßnahmen, die Schering zur Verfügung stehen“, sagt Peter Spengler, Pharma-Analyst der DZ-Bank. Ob es auf den „weißen Ritter“ hinauslaufen wird, den Schering-Aufsichtsratschef Giuseppe Vita am Montag als Option ins Spiel gebracht hatte, wird in Finanzkreisen bezweifelt. Als „weißer Ritter“ wird ein anderes Unternehmen bezeichnet, das mit einem eigenen Angebot eine feindliche Übernahme verhindern könnte.

Die Schweizer Großbank UBS sieht als möglichen Kandidaten vor allem den Schweizer Pharmakonzern Novartis, der schon mehrfach als Interessent für Schering genannt worden ist. Auch einen Finanzinvestor schließen die UBS-Analysten in einer Studie vom Dienstag nicht aus. Gegen einen weißen Ritter würde nach Meinung der Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz aber sprechen, dass Schering seit Jahren als Übernahmekandidat gehandelt wird: „Wieso sollte gerade jetzt ein Wettbewerber sich auf ein Bietergefecht einlassen, wenn die Berliner vor kurzem noch für viel weniger zu haben waren?“ Auch Carsten Kunold von der Privatbank Merck & Finck hält diese Option angesichts des hohen Preises, den Merck für Schering bietet, für unwahrscheinlich. UBS weist auch darauf hin, dass Schering nicht das einzige Unternehmen ist, das auf Grund seiner Einsparmöglichkeiten interessant für einen Käufer wäre, Konkurrenten wären Altana, die Biotechfirma Serono und die Akzo-Pharmasparte.

Die Branche spekuliert eher darauf, dass Schering versuchen wird, seine Aktionäre über eine höhere Dividende an sich zu binden und auf einer Road-Show mit guten Geschäftszahlen um deren Vertrauen zu werben. „Schering hat genügend Mittel für eine üppige Dividende“, sagt DZ-Bank-Analyst Spengler. Der Konzern verfügte Ende 2005 über eine Liquidität von knapp einer Milliarde Euro. pet

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