Wirtschaft : Analysten sehen die Situation bei dem Walldorfer Softwareunternehmer trotz Kursverlusten positiv

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Die Aktien des Walldorfer Softwareherstellers SAP sind am Mittwoch besonders von den Rückgängen an der Börse getroffen worden. Der Kassakurs lag für SAP-Vorzüge bei 538,50 Euro und damit 38,50 Euro oder rund sieben Prozent niedriger als der vergleichbare Kurs am Vortag. Als Grund für den Kursrutsch nennen Analysten den starken Einbruch an der amerikanischen Börse für Hochtechnologiewerte (der Nasdaq), außerdem Gewinnmitnahmen und die Tatsache, dass die Investmentbank Goldman Sachs für den Softwarehersteller die Gewinnprognosen für das vierte Quartal 1999 nach unten korrigiert habe.

Die Auswirkungen der negativen Schlagzeilen, die jüngst über den Konkurrenten Baan zu lesen waren, seien nicht zu überschätzen, sagte Alla Gorelova, Analystin beim Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie: "Ich sehe keinen besonderen Zusammenhang zwischen SAP und Baan." Dies sieht auch ihr Kollege von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in Stuttgart Mirko Maier so: "SAP hat nicht die Liquiditäts- und Managementprobleme wie Baan." Als Hauptgrund für die Kursverluste sehen die beiden viel mehr den Einbruch der Nasdaq, der auch die Technologiewerte in Deutschland wie SAP und Siemens nicht verschont habe. Die US-Technologiebörse hatte mit einem Rückgang von 229,76 auf 3901,39 Punkte den stärksten Rückgang in ihrer Geschichte.

Maier wies allerdings darauf hin, dass auch mit der jüngsten "Kurskorrektur bei SAP noch längst nicht der Aktienkurs von Anfang Dezember erreicht worden sei". Damals notierten die SAP-Vorzüge noch bei knapp über 400 Euro. Allein im Dezember habe die Aktie dann um rund 45 Prozent auf 625 Euro am 21. Dezember zugelegt. Der Kurs war in die Höhe geschnellt, da SAP die ersten Erfolge mit seiner neuen Internet-Handelsplattform mySAP.com vermelden konnte. Hewlett Packard und Mannesmann waren als Großkunden gewonnen worden. Beflügelt hat die Börsianer zum Jahresende auch die Aussicht, dass bald wieder mehr Unternehmen in ihre Software investieren würden, wenn das Jahr-2000-Problem überwunden sei. Einig sind sich die Analysten von Oppenheim, der LBBW und auch von Goldman Sachs darin, dass sich die SAP-Aktie im Jahr 2000 besser als der Dax entwickeln werde. "Ich bin sehr wohl überzeugt, dass der Rückstand im Internet-Geschäft aufgehoben werden kann - nicht zuletzt durch mySAP.com", sagte Mair. Bei SAP wollte man zum Kursverlauf und Ergebnisprognosen keine Ausage machen. Nur soviel: Genaue Quartalszahlen gibt es am 24. Januar.

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