Wirtschaft : Analysten sehen für den Dax weiteres Gewinnpotential

DÜSSELDORF (val). Greenspan läßt die Börsianer weiter im Ungewissen. Vorsichtig deutete er in der vergangenen Woche an, daß es zu einer Erhöhung kommen könnte. Aber er legte sich nicht fest. Nach Greenspans Worten kletterten die Kurse nach oben.

Die Zins- und Inflationsängste in den USA sind jetzt weniger stark, und in Europa hellt sich die Konjunktur weiter auf. Das sind gute Vorzeichen für den deutschen Aktienmarkt, sagen Analysten. Sie prophezeien den Börsianern in der kommenden Woche freundlichere Zeiten. Nach Meinung der Commerzbank dürften allerdings die Ferien die Stimmung auf dem deutschen Parkett etwas dämpfen. Dennoch gehen die Frankfurter ebenso wie die Bankgesellschaft Berlin davon aus, daß sich das Klima jetzt verbessert hat. Nach der Greenspan-Rede hat die Bankgesellschaft ihre Dax-Prognose leicht erhöht. Für den Dax erwartet sie nunmehr bis zum September 5600 Punkte, statt bisher 5400 Punkte. Die Berliner Analysten rechnen damit, daß die Fed die Leitzinsen bis zum Juni auf fünf Prozent erhöhen wird. Für BGB-Analyst Michael Schubert geht es in den nächsten Wochen "in Richtung alter Höchststände". Schubert glaubt, daß sich der Dax wie Euro Stoxx 50 und Dow Jones den früheren Rekorden nähern werden. Eine Voraussetzung dafür sei aber, daß die Bundesregierung die Börsianer nicht wieder mit ihren wirtschaftspolitischen Plänen verschrecke. Anlegern empfiehlt Schubert weiterhin die DaimlerChrysler-Aktie. Vor allem das Personenwagen-Geschäft werde den Kurs jetzt stützen. Nach einem Umsatzanstieg bei Mercedes-Pkw im ersten Quartal von 13 Prozent erwartet er im kommenden Quartal noch bessere Zahlen. Unter den Nebenwerten sieht Schubert Kurschancen bei der Aktie des Unternehmens Jungheinrich. Das Geschäft für Lager-Techniker habe weiterhin Konjunktur. Kursphantasie sollte nach Meinung von Schubert vor allem die Kooperation von Jungheinrich mit der D. Logistics auslösen. Daneben rät er zu Hochtief-Aktien. Dies begründet er mit den besseren Aussichten für die Baubranche. Außerdem habe Hochtief mit dem Einstieg in der Berliner Flughafenholding BBF eine strategisch gute Position erobert. Am heutigen Montag lädt Hochtief zu seiner Hauptversammlung ein.

Wie Schubert empfiehlt Volker Borghoff von der DG Bank die Hochtief-Aktie. Außerdem würde er Aktien des französischen Unternehmens Saint Gobain kaufen. Obwohl die Lage in der Baubranche noch nicht gut sei, werde Saint Gobain 1999 mit acht Mrd. Francs einen Rekordgewinn erreichen. Das sei vielversprechend, zumal die Baubranche nach Meinung von Borghoff bis zum Jahresende die konjunkturelle Wende erleben wird. Auch die DG Bank blickt wie die Bankgesellschaft optimistisch in die kommenden Wochen, geht allerdings nicht davon aus, daß die Fed die Zinsen bald erhöhen wird.

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