Wirtschaft : Analysten unzufrieden mit Euro-Information

BERLIN (Tsp).Große europäische Unternehmen informieren Analysten nur ungenügend über die Einflüsse des Euros auf die Geschäftsentwicklung und Unternehmensstrategie.Das ergab eine Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte Consulting unter 100 Analysten in Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien.Rund zwei Drittel der Analysten fühlen sich unzureichend informiert, mehr als die Hälfte vermutet, daß die Firmen selbst keine klaren Vorstellungen über die Auswirkungen des Euros haben, teilte Deloitte am Dienstag mit.Dabei würden Unternehmen, "die nicht überzeugend zum Thema Euro kommunizieren, Gefahr laufen, im Urteil der Analysten schlechter abzuschneiden als die Wettbewerber".Wer nicht hinreichend über die Euro-Auswirkungen informiere, "wird in den nächsten Monaten an den Börsen bestraft", erwartet Reiner Eberle, Euro- und Strategieexperte bei Deloitte Consulting.

Die Mehrzahl der Analysten rechnet mit deutlichen Wirkungen der Währungsumstellung auf die Wettbewerbsposition (78 Prozent), die Organisationsstruktur (67 Prozent) und die finanzielle Performance (76 Prozent) der durch sie bewerteten Unternehmen und Branchen.Nach Einschätzung von Eberle haben die Unternehmen vor allem in folgenden Bereichen Kommunikationsdefizite: Marktbearbeitungs- und Preisstrategie, Veränderungen der Vertriebswege sowie Margendruck durch Markttransparenz.In Italien und Deutschland informieren die Firmen offenbar umfassender über Euro-Effekte, was sich entsprechend in der Analystenbewertung niederschlägt: 53 Prozent der italienischen und deutschen Analysten meinen, daß die Unternehmen genau wissen, welche Auswirkungen die neue Währung auf sie haben wird; von den britischen und französischen Kollegen sehen dies nur 42 Prozent so.

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