Wirtschaft : Andere Mentalität

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Das größte russische Unternehmen hat sich schon 1990 in Berlin niedergelassen: der staatliche Gaskonzern Gasprom. Bei der deutschen Tochter ZGG in der Markgrafenstraße wickeln 80 Mitarbeiter Gasgeschäfte für mehr als 20 Länder ab. Der jährliche Umsatz liegt bei knapp drei Milliarden Euro.

„Für den Standort Berlin haben wir uns bewusst entschieden“, sagt ZGG-Chef Hans-Joachim Gornig. „Berlin ist von Russland aus die nächste Großstadt Deutschlands.“ Viele Menschen hier seien mit russischer Mentalität, Kultur und Sprache vertraut. „Für uns ist es wichtig, dass die Mitarbeiter Verständnis für russische Besonderheiten zeigen“, sagt Gornig.

Trotzdem ist für die Russen in Berlin nicht alles bestens. „Die Mühlen der Bürokratie mahlen zum Teil sehr langsam“, berichtet Gornig, „vor allem, wenn es um Aufenthaltsgenehmigungen für russische Mitarbeiter geht.“ Insgesamt sei er aber zufrieden. Berlin werde deshalb der Hauptsitz der ZGG bleiben – auch wenn es weitere Standorte in Kingston, Zürich und Wien gibt. „Wir werden keine Arbeitsplätze abbauen, sondern weitere schaffen“, kündigt Gornig an. awm

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