Wirtschaft : Anders als gelernt

20 Prozent wechseln nach der Ausbildung den Beruf

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Berlin - Nicht jeder Schuster bleibt bei seinen Leisten: Einer von fünf Auszubildenden startet in einem anderen als dem gelernten Beruf. Zwischen 1977 und 2004 stieg der Anteil männlicher Berufswechsler laut einer Studie von 18 auf 24 Prozent. Bei den Frauen sank er dagegen von 19 auf 16 Prozent, berichtete das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Freitag.

Bei Jugendlichen, die nicht übernommen werden, sei die Wahrscheinlichkeit für einen Jobwechsel am größten. Die bei Männern und Frauen verschiedene Entwicklung erklären die Autoren der Studie mit der unterschiedlichen Berufswahl. So würden Tischler oder Elektroinstallateure – typisch männliche Jobs – heute öfter den Beruf wechseln. In Frauenberufen wie Steuerfachgehilfe oder Bürofachkraft habe die Häufigkeit abgenommen.

Am häufigsten änderten Männer im Groß- und Einzelhandel, Kfz-Mechaniker, Maschinen- und Motorenschlosser sowie Werkzeugmacher ihren Beruf. Bei Frauen wiesen ebenfalls der Groß- und Einzelhandel sowie der Bereich Hotel und Restaurant die höchsten Wechselraten auf. Am seltensten sattelten Bankfachkräfte um – sowohl männliche als auch weibliche. Ähnlich treu seien Steuerfachgehilfinnen und Sprechstundenhelferinnen sowie Maler und Lackierer.

Die Studie weist zudem einen Zusammenhang auf zwischen dem erlernten Beruf und der Wahrscheinlichkeit, danach in einen anderen Beruf wechseln zu müssen. So würden in kostengünstigen Lehrberufen häufig mehr Menschen ausgebildet als nachher gebraucht werden. Der Grund: Sie würden als billige Arbeitskräfte eingesetzt. jul

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