Android-App mit WhatsApp-Button : Facebook könnte Messenger vernetzen

Können Facebook-Nutzer bald direkt aus der Facebook-App Nachrichten an ihre WhatsApp-Freunde schicken? Blogger berichten über erste Hinweise auf eine solche Funktion. Facebook hält sich bedeckt.

Zusammen wachsen? Angeblich bereitet Facebook die Verflechtung der Basisdienste mit der Konzerntochter WhatsApp vor.
Zusammen wachsen? Angeblich bereitet Facebook die Verflechtung der Basisdienste mit der Konzerntochter WhatsApp vor.Foto: dpa

Ein User schrieb online davon, eine WhatsApp-Funktion in einer neuen Facebook-App entdeckt zu haben, wie das Technologie-Blog Geektime berichtet. Die Funktion sei in der Vorabversion der neuen App für Android-Handys (Version 31.0.0.7.13) aufgetaucht. Unter Fotos finde sich neben den bekannten Facebook-Funktionen für „Likes“ und Kommentare auch ein „Senden“-Knopf mit WhatsApp-Logo. Damit könnten Fotos oder Kommentare an WhatsApp-Kontakte geschickt werden.

In der offiziellen Android-App von Facebook in Deutschland war das neue Feature am Dienstag noch nicht zu sehen. Das Unternehmen gibt sich zugeknöpft, dementiert aber nicht ausdrücklich. „Facebook kommentiert wie immer keine Gerüchte oder Spekulationen“, teilte der Konzern auf Anfrage mit. Facebook hatte WhatsApp vor einem Jahr für rund 19 Milliarden Dollar gekauft. Inzwischen hat der Kurznachrichtendienst 700 Millionen Nutzer, der Messenger der Konzernmutter 600 Millionen.

Werden Datenbestände zusammengeführt?

Facebook hatte nach der Übernahme betont, WhatsApp werde eigenständig bleiben. Mitgründer Jan Koum und Facebook-Chef Mark Zuckerberg beteuerten, dass die Kundendaten von WhatsApp und Facebook nicht zusammengelegt würden. Im Januar wiederholte Manager David Marcus, der für Facebooks Kurznachrichtendienst Messenger zuständig ist: „Wir haben keine Pläne, die beiden Dienste zusammenzuführen.“ Auf der Entwicklermesse F8 kündigte Facebook an, den Messenger auszubauen.

Die Einführung eines „Senden“-Knopfes in Facebook via WhatsApp würde zwar nicht automatisch das Ende für WhatsApp als eigenständiger Dienst bedeuten. Allerdings würden Befürchtungen von Facebook-Kritikern bestärkt, dass die beiden bislang getrennten Datenbestände von Facebook und WhatsApp doch zusammengeführt werden sollen.

Die unlängst aktualisierten Datenschutzregeln von Facebook würden ein Zusammenführen der Datenbestände verschiedener hauseigener Angebote ermöglichen. Trotz Verlusten betont WhatsApp, weiterhin möglichst wenig Nutzerdaten zu sammeln. Facebook lebt davon, Werbepartnern gezielt Zugang zu Nutzergruppen zu gewähren. dpa/sf

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