Wirtschaft : Angebot der Banken kaum zu verbessern Wegen strittiger Samstagsarbeit

DÜSSELDORF (pt/HB).Mit weiteren Streiks wollen die Gewerkschaften Handel, Banken, Versicherungen (HBV) und Deutsche Angestelltengewerkschaft (DAG) die Banken in den ersten Tagen nach Ostern zurück an den Verhandlungstisch zwingen.Der Arbeitskampf soll stufenweise solange ausgedehnt werden, bis es zu neuen Gesprächen kommt.Ein besonderes Augenmerk der Gewerkschaftsstrategen gilt dabei den Genossenschaftsbanken, die einen Teil des bisherigen Tarifangebots der Bankarbeitgeber nicht mittragen wollen.

Dieses Angebot ist in seinem materiellen Teil so attraktiv, daß es in weiteren Verhandlungen kaum noch nachgebessert werden kann.Dies gilt für die pauschale Einmalzahlung in Höhe von 350 DM für die Monate Januar bis März ebenso wie für die eigentliche Tariferhöhung von 3,1 Prozent zum ersten April bei einer Gesamtlaufzeit des Tarifvertrages von 15 Monaten.Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes hat seinen Mitgliedsunternehmen empfohlen, diesen Teil des Angebotes auch ohne Tarifabschluß umzusetzen.Damit dürfte er die Bereitschaft der Beschäftigten, den Arbeitskampf fortzusetzen, deutlich verringert haben.Diese Bereitschaft wollten die Gewerkschaften vor allem dadurch erhalten, daß sie in Flugblättern auf alte Verhandlungspositionen der Arbeitgeber hinweisen, die längst nicht mehr Gesprächsgegenstand seien, ärgern sich die Arbeitgeber.So sei das Thema leistungsbezogene Flexibilisierung des Weihnachtsgeldes längst vom Tisch.Im Gegenteil, die Arbeitgeber bleiben bei ihrem Angebot, die Einkommen im Dezember zusätzlich um 0,5 Prozent zu erhöhen.Das Geld soll ab 2000 als Anschubfinanzierung für einen sogenannten Leistungsbonus eingesetzt werden.Hierbei wollen allerdings die Genossenschaftsbanken nur ungern mitspielen.

Trotzdem stehe das Angebot, heißt es beim Arbeitgeberverband.Voraussetzung ist freilich, daß die schon 1996 beschlossenen Verhandlungen über eine Reform der Vergütungsstruktur und die Modalitäten des Leistungslohns bis zum 31.Oktober dieses Jahres abgeschlossen werden, so daß das neue Vergütungssystem so bald wie möglich in Kraft treten kann.

Interesse dürften die Gewerkschaften auch an der Verlängerung des Vorruhestandes und der Altersteilzeit bis Ende 2000 haben.Bleibt also das Streitthema der Sonnabendarbeit.Hier wollen die Arbeitgeber den bisherigen Katalog für Samstagsarbeit auf Bankingshops, Geschäftsstellen in zentralen Citylagen beziehungsweise großen Einkaufszentren, Call-Center/Direktbanking, internationales Handelsgeschäft, Kundenbetreuung und für den laufenden Betrieb unerläßliche Gebäudedienste ausdehnen.Darüber hinaus soll Samstagsarbeit auf der Basis einer freiwilligen Betriebsvereinbarung möglich sein.

Pro Jahr sollen aber grundsätzlich nicht mehr als zehn Prozent der Beschäftigten am Sonnabend arbeiten und im Jahresdurchschnitt soll die Fünf-Tage-Woche durch Freizeitausgleich erreicht werden.Auch deshalb lehnen die Arbeitgeber Zeitzuschläge für Sonnabendarbeit ab.Zudem sollen bestimmte Beschäftigte aus sozialen Gründen - beispielsweise für die Fälle der Kinderbetreuung oder bei der Pflege von Angehörigen - von der Wochenendarbeit ausgenommen werden können.

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