Wirtschaft : Angebot von Daimler-Benz fast vollständig genutzt

STUTTGART (rtr).Fast alle Aktionäre der Daimler-Benz AG haben für die Fusion ihres Unternehmens mit dem US-Konzern Chrysler ihre Aktien freiwillig umgetauscht.Daimler teilte am Montag mit, bis zum endgültigen Ablauf des Umtauschangebots am vergangenen Freitag seien rund 98 Prozent der Aktien in DaimlerChrysler-Aktien getauscht worden.Das Tauschverfahren war die letzte formelle Hürde für die Großfusion, bei der die Unterstützung der Aktionäre nötig war.Die DaimlerChrysler AG soll am 17.November offiziell ihr Geschäft aufnehmen.An diesem Tag ist auch der weltweite Handelsstart der DaimlerChrysler-Aktie an den Börsen geplant.

Ein Daimler-Sprecher sagte, mehr als 99 Prozent der Kleinanleger hätten ihre Daimler-Aktien freiwillig umgetauscht.Die institutionellen Anleger hätten praktisch geschlossen an dem Umtausch teilgenommen.Bei den nicht getauschten Aktien handele es sich zu einem großen Teil um Aktien, die über die Umtauschfrist hinaus verliehen gewesen seien und daher nicht hätten getauscht werden können.Die Aktien des größten deutschen Industriekonzerns waren zuletzt auf rund 800 000 Aktionäre weltweit verteilt.Rund vier Fünftel des Kapitals befand sich in den Händen von Großanlegern, der Rest war in Streubesitz.

Bereits innerhalb der ersten Umtauschfrist, die am 23.Oktober ausgelaufen war, hatten die Daimler-Aktionäre rund 97 Prozent der Aktien des Konzerns im Verhältnis eins zu eins umgetauscht.Für ein Gelingen des bislang größten Zusammenschlusses der Industriegeschichte hätte eine Quote von 75 Prozent ausgereicht.Für das Erreichen der Zielquote von 90 Prozent erhalten die Aktionäre zum Dank für jede Aktie nochmals 0,005 DaimlerChrysler-Aktien hinzu.Die US-Börsenaufsicht hatte diesen Bonus als verändertes Tauschangebot bewertet und eine Verlängerung der Tauschfrist verlangt.

Die neue Gesellschaft wird mit rund 431 000 Mitarbeitern starten und einen Jahresumsatz von rund 260 Mrd.DM erwirtschaften.An dem neuen Unternehmen werden die bisherigen Daimler-Aktionäre rund 58 Prozent der Anteile halten.

Die Daimler-Benz AG bleibt nach dem Ende des Umtauschverfahrens nun zunächst als Tochtergesellschaft der DaimlerChrysler AG bestehen.Im Rahmen der Großfusion ist auch die Verschmelzung der Daimler-Benz AG mit der DaimlerChrysler AG geplant.Die nicht freiwillig getauschten Daimler-Aktien sollen dabei im selben Verhältnis in DaimlerChrysler-Aktien umgewandelt werden, wie es bei dem freiwilligen Tauschverfahren galt.Das Eintragen dieser Verschmelzung in das Handelsregister wird aber durch Anfechtungsklagen gegen die Fusionsbeschlüsse der Daimler-Hauptversammlung vom September noch blockiert.Auf den Zusammenschluß von Daimler und Chrysler zur DaimlerChrysler AG haben die Anfechtungsklagen dagegen nach Unternehmensangaben keinen Einfluß.

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