Angeschlagene Solarfirma : Solon entlässt Mitarbeiter in Berlin

Nachdem das Unternehmen am Dienstag eine Umsatz- und Gewinnwarnung veröffentlichte, woraufhin die Aktie stark unter Druck geriet, musste Solon am Mittwoch eine Abschreibung in Höhe von 18 Millionen Euro vermelden.

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Berlin - Beim Berliner Solarmodulproduzenten Solon überschlagen sich die Ereignisse: Nachdem das Unternehmen am Dienstag eine Umsatz- und Gewinnwarnung veröffentlichte, woraufhin die Aktie stark unter Druck geriet, musste Solon am Mittwoch eine Abschreibung in Höhe von 18 Millionen Euro vermelden. Ein österreichischer Solarzellenhersteller, an dem Solon einen Minderheitsanteil hält, hatte Insolvenz angemeldet.

Am gestrigen Donnerstag schließlich teilte Solon Eckpunkte eines Restrukturierungsprogramms mit. Demzufolge will das Unternehmen auch Mitarbeiter entlassen – und zwar vor allem in der Verwaltung am Standort Berlin-Adlershof, wo insgesamt noch rund 450 der weltweit mehr als 800 Mitarbeiter beschäftigt sind. Zwar wolle man den Vertrieb im In– und Ausland deutlich ausbauen, hieß es in einer Erklärung, „gleichzeitig sind in einzelnen Unternehmensbereichen, deren Personalausstattung nicht mehr der aktuellen Unternehmenssituation angemessen ist, Einschnitte notwendig.“ Wie viele Solon-Angestellte ihren Job verlieren könnten, ist noch offen. Die konkrete Entscheidung soll spätestens Ende August erfolgt sein, teile Solon mit.

Die Firma, die 1998 in Berlin-Kreuzberg gegründet wurde, und wenig später an die Börse ging, galt lange als eines der Vorzeigeunternehmen in Berlin. Im vergangenen Jahr, als Solon offensichtlich in Schieflage geraten war, unterstütze das Land Berlin – unter Beteiligung des Bundes und des Landes Mecklenburg-Vorpommern – die Firma mit einer Ausfallbürgschaft in Höhe von 146 Millionen Euro. Erst am vergangenen Montag hatte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Adlershofer Zentrale besucht und sich durch die Produktionshalle führen lassen. Er äußerte sich dabei zuversichtlich, dass es Solon gelingen werde, die Schuldenprobleme zu lösen. Der nun vorgestellte Plan soll diese Lösung offenbar bringen.

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