Angriff auf Lufthansa : Ryanair will in Frankfurt landen

Die letzte Bastion der Lufthansa fällt. Konkurrent Ryanair stationiert vom kommenden Frühjahr an Jets am Drehkreuz Frankfurt. Als erste Ziele werden Mallorca und Südspanien genannt.

Maschinen vom Typ Boeing 737-800 des irischen Billigfliegers Ryanair auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn in Lautzenhausen (Rheinland-Pfalz).
Maschinen vom Typ Boeing 737-800 des irischen Billigfliegers Ryanair auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn in Lautzenhausen...Foto: dpa

Der irische Billigflieger Ryanair will nun auch an der Lufthansa-Heimatbasis in Frankfurt starten und landen. Der dortige Flughafenbetreiber Fraport und Ryanair kündigten am Dienstag eine gemeinsame Pressekonferenz an, die am Mittwochvormittag an Deutschlands größtem Flughafen stattfinden soll. Nach Informationen der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX soll erstmals ein Flugangebot von Frankfurt aus vorgestellt werden. Bisher meidet Ryanair ebenso wie viele andere Billigflieger den Frankfurter Flughafen. Als Grund hatten die Iren bislang die im Vergleich zu anderen Airports deutlich höheren Gebühren sowie die langen Wendezeiten für die Flugzeuge am Boden genannt.

Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zufolge will Ryanair zunächst zwei Flugzeuge in Frankfurt stationieren, die als erste Ziele Palma de Mallorca und das südspanische Alicante anfliegen sollen. Die Iren profitierten dabei vom Neukunden-Rabatt des Betreibers Fraport, der Ryanair zudem eine 35-Minuten-Drehzeit zwischen Landung und Start zugesagt haben soll. Damit wären nach vorläufigen Berechnungen bis zu sechs tägliche Starts von Frankfurt möglich. Die Destination Frankfurt-Mallorca wurde im abgelaufenen Sommer von Lufthansa, Air Berlin, Condor, SunExpress und Tuifly bedient.

Alicante wurde nur einmal die Woche von der Lufthansa angeflogen. Wann und mit welchem Flugangebot Ryanair antritt, blieb in den Einladungen noch offen. Sprecher verwiesen auf die geplante Pressekonferenz. Der Winterflugplan ist gerade angelaufen. Jetzt beginnen die Planungen für den Sommerflugplan, der Ende März mit Einführung der erneuten Sommerzeit in Kraft tritt. Die Iren fordern die Lufthansa damit an deren wichtigstem Drehkreuz heraus. An ihrem zweiten Drehkreuz in München muss sich die Lufthansa bereits mit der Billigkonkurrenz von Easyjet und Transavia, einer Tochter von Air France-KLM, auseinandersetzen.

Entgegen früheren Plänen will der Dax-Konzern daher seine Billigtochter Eurowings vom kommenden Jahr an auch in München an den Start schicken. In Hamburg eröffnete Ryanair am Dienstag eine neue Basis. Die Iren stationieren in der Hansestadt zunächst zwei Maschinen vom Typ Boeing 737-800. Völlig neu im Hamburger Streckennetz sind damit die bulgarische Hauptstadt Sofia, die bereits seit September angeflogen wird, sowie Mailand-Bergamo und London Stansted. (dpa)

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