Wirtschaft : Angst vor dem Fall ins kalte Wasser

URSULA WEIDENFELD

Satte Gewinne im vergangenen Jahr, schöne Erfolge bei der Expansion im In- und Ausland: Auf den ersten Blick könnte es kaum besser laufen für den Wassermonopolisten.Wäre da nicht eine kleine häßliche Geschichte, die den Managern des Unternehmens wachsende Sorgen macht.Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing will sie teilweise verkaufen, um die Senatskasse aufzufüllen.

Dafür hätten die BWB-Manager so gerade noch Verständnis.Doch daß jetzt Großkonzerne wie Thyssen, französische oder britische Unternehmen anklopfen, um die unternehmerische Führung in Berlin zu übernehmen, treibt ihnen die Zornesröte ins Gesicht.Besser als sie kann es keiner machen - das ist die Botschaft der Berliner.Lieber als einen Konzern im Nacken hätten sie viele kleine Aktionäre, die aus alter Verbundenheit nicht nur das Wasser, sondern auch die Wertpapiere der BWB kaufen.Dann könnten die Herren auch da bleiben, wo sie jetzt sind, an der Unternehmensspitze.Kommt dagegen ein Großkonzern ins Spiel, "dann wären wir Gekaufte und keine Partner mehr", beschwerte sich einer der Vorstände.

Das stimmt.Doch wenn die Vorstände von der BWB wirklich so gut sind, dürfte ihnen das keine Sorgen machen.Der neue Eigentümer würde sie anflehen, weiter das Berliner Wasser zu verkaufen und ihr Wissen zu vermarkten.Worin liegt also das Problem des Verkaufs an einen Konzern? Vielleicht darin, daß die BWB-Manager bei allem Selbstbewußtsein ihren eigenen Marktwert unterschätzen.Vielleicht aber auch darin, daß sie tausend Kleinaktionäre langfristig für naiver halten als einen Großen.

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