Anhörung : US-Autobauer planen radikalen Jobabbau

Die Chefs der drei angeschlagenen US-Autobauer, GM, Ford und Chrysler, fordern für ihre Umstrukturierungspläne 34 Milliarden Dollar staatliche Hilfen vom Kongress. Geplant sind zudem drastische Stellenstreichungen. Dafür geben sie sich selbst diesmal bescheiden.

Detroit
Die US-Autostadt Detroit leidet. -Foto: AFP

WashingtonDer angeschlagene Opel-Mutterkonzern General Motors will bis zum Jahr 2012 zusätzlich 31.500 Arbeitsplätzen in den USA streichen - und verlangt Geld dafür. Für die Umsetzung seines drastischen Sanierungskurses forderte der Konzern im US-Kongress weitere staatliche Finanzhilfen in Höhe von bis zu 18 Milliarden Dollar (mehr als 14 Milliarden Euro). Ford und Chrysler benötigen nach eigenen Angaben neun beziehungsweise sieben Milliarden Dollar.

Ford-Generaldirektor Alan Mullaly, der im vergangenen Jahr 28 Millionen verdiente, erklärte sich bereit, ein Jahressalär von einem Dollar zu akzeptieren, sollte sein Konzern die geforderten Kredite erhalten. Auch GM-Chef Rick Wagoner gab ein entsprechendes Versprechen ab. Chrysler-Boss Robert Nardelli hatte dies bereits im November zugesagt.

GM kündigte an, dass es seine Marken Saab und Saturn möglicherweise verkaufen werde. In den USA werde sich der Konzern künftig auf vier zentrale Marken konzentrieren: Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC.

Privatjets blieben am Boden

Nach Firmenangaben setzte General Motors im November 41 Prozent weniger Fahrzeuge ab als im Vergleichsmonat des Vorjahrs. Bei Ford lag das Minus im Jahresvergleich bei 31 Prozent, Chrysler verkaufte 47 Prozent weniger.

Auf die Absatzkrise wollen die "Big Three" mit einer deutlichen Drosselung der Produktion reagieren. GM plant für das erste Quartal 2009 die Produktion von nur noch 600.000 Autos, das entspricht einem Rückgang von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Beobachter verweisen darauf, dass der Hinweis auf die Wirtschaftskrise als Erklärung für die Schwierigkeiten der drei Konzerne nicht ausreiche. Ein maßgeblicher Grund sei vielmehr das Festhalten an Modellen mit vielen PS und hohem Spritverbrauch.

Der Kongress setzt die Anhörung von Wagoner, Mullaly und Nardelli zu den von ihnen geplanten "Umstrukturierungsmaßnahmen" am Donnerstag und Freitag fort. Ihre Privatjets ließen die Konzernchefs diesmal stehen und begaben sich im Auto zum Kapitol. (ck/AFP)

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