Wirtschaft : Anlagebetrüger als kriminelle Vereinigung

Urteil in Serie von EKC-Prozessen FRANKFURT (MAIN) (dpa).Das Kapitel European Kings Club (EKC) ist strafrechtlich zu Ende geschrieben: In einer Serie von vier Prozessen in eineinhalb Jahren hat die 26.Strafkammer des Landgerichts Frankfurt 17 Angeklagte der obersten und der zweiten Führungsebene des betrügerischen Geldanlageunternehmens verurteilt.Damit ist das Gesamtverfahren - nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Frankfurt das bisher größte in Deutschland beim Geldanlagebetrug - im wesentlichen aufgearbeitet.EKC hatte offensiv versucht, kleine Geldanleger für sich zu gewinnen. Das Verfahren sprengte alle bisher bekannten Dimensionen: Knapp 100 000 Geschädigte, die meisten kleine Geldanleger unter anderem aus Österreich und der Schweiz, sollen insgesamt 500 Mill.bis eine Mrd.DM eingebüßt haben.Im Vergleich dazu erscheint die Konkursmasse, die am Ende übrigblieb, mit rund 40 Mill.DM verschwindend gering. Eine neue Dimension erschloß die Strafkammer jetzt auch bei der strafrechtlichen Aufarbeitung.Die EKC-Spitzenleute wurden nicht nur wegen Betruges in jeweils vielfacher Millionenhöhe sondern auch wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verurteilt - zum ersten Mal in Prozessen gegen betrügerische Geldanlageunternehmer.Das erweitert den Strafrahmen.Die Präsidentin des Kings-Clubs erhielt acht Jahren Haftstrafe.

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