Wirtschaft : Anleger besser schützen

BERLIN .Für einen besseren Schutz von Kapitalanlegern gegen unseriöse Machenschaften hat die Verbraucherzentrale Berlin ein Verbot der Verlustzuweisung aus Anlageformen der "Stillen Beteiligung" gefordert.Mit "stillen und atypisch stillen Beteiligungen" werden jährlich hunderttausende Anleger geprellt, sagte Volker Pietsch von der Verbraucherzentrale am Freitag.Durch die Möglichkeit, steuerliche Verlustzuweisungen aus diesen Geschäften geltend zu machen, fungiere der Staat als Steigbügelhalter zur Vermögensvernichtung, betonte Pietsch.Anleger würden häufig davon ausgehen, daß der Staat die Unternehmen umfassend auf Seriosität geprüft habe, wenn er die steuerliche Geltendmachung von Verlusten entsprechend genehmige.

Dies sei aber nicht der Fall.Den Verlust der Kapitalanleger durch diese Anlageformen bezifferte Pietsch auf jährlich 40 bis 60 Mrd.DM.Diese Kapitalansammler würden niemals nachweisen, wie sie das Geld anlegen.Es wäre deshalb mehr als folgerichtig, Kapitalanlageformen, die nicht schlüssig darlegen, wo Anlagegelder werthaltig investiert werden, auch die steuerrechtliche Förderung zu entziehen, meinte der Verbraucherschützer.Auf diese Weise würden dem Fiskus dringend benötigte Mittel zufließen und es einen effizienten Beitrag zum Anlegerschutz geben.Wenn die steuerliche Anerkennung dieser Verlustzuweisung abgeschafft werde, sei dies ein erheblicher Beitrag, den Sumpf dunkler Anlagegeschäfte auszutrocknen, erklärte Pietsch.

Bereits am Mittwoch hatten das Deutsche Aktieninstitut und das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel vor den Gefahren des grauen Kapitalmarkts gewarnt und eine bessere Aufklärung - schon in der Schule - gefordert.Die Milliardenschäden durch windige Anlagebetrüger seien eine Belastung für den Aktienmarkt.

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