• ANLEGER Frage: an Claus-Günther Richardt Leiter des Bereichs Vermögensanlagen bei der Berliner Sparkasse

ANLEGER Frage : an Claus-Günther Richardt Leiter des Bereichs Vermögensanlagen bei der Berliner Sparkasse

Die jährliche Rendite enthält Kaufkurs, Zinsen, Laufzeit und Rückzahlung Lohnt sich eine Stufenzinsanleihe?

an Claus-Günther Richardt

Meine Bank hat mir eine Stufenzinsanleihe empfohlen, die auf Sicht von sechs Jahren mit steigenden Zinsen lockt. Lohnt sich das angesichts der wahrscheinlich ohnehin steigenden Marktzinsen? Welche Kündigungsrechte hat die Bank und welche der Anleger vor Erreichen der Laufzeit? Worauf ist aus Anlegersicht hier zu achten?

Derzeit sind Stufenzinsanleihen auf jeden Fall eine bessere Alternative als festverzinsliche Anleihen. Stufenzinsanleihen gibt es mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen, von verschiedenen Emittenten und in variablen Ausgestaltungen hinsichtlich Handelbarkeit oder Rückgabemodalitäten. Man sollte also als Anleger genau auf die jeweiligen Konditionen schauen.

Stufenzinsanleihen haben gegenüber Festzinsprodukten den Vorteil, dass der in den Anleihebedingungen festgelegte Zins unabhängig von der Markt- beziehungsweise Zinsentwicklung steigt. Dafür ist der anfängliche Nominalzins oft geringer als bei vergleichbaren festverzinslichen Anleihen. Meine Empfehlung: Lassen Sie sich von Ihrem Anlageberater die jährliche Rendite benennen, denn diese berücksichtigt Kaufkurs, Zinsen, Laufzeit und Rückzahlung. Auch ein Blick auf die durchschnittliche Rendite über die gesamte Laufzeit ist aufschlussreich. Diese Kennzahlen erleichtern Ihnen den Vergleich verschiedener Angebote.

Bei einem Renditevergleich darf man aber das Emittentenrisiko nicht außer Acht lassen, denn die Rückzahlung einer Anleihe hängt von der wirtschaftlichen Leistungs- und Zahlungsfähigkeit des Emittenten ab. Ein Emittent mit sehr hoher Bonität muss naturgemäß weniger Zinsen für geliehenes Geld zahlen. Paradebeispiel hierfür sind die Klassiker unter den Stufenzinsanleihen: Bundesschatzbriefe. Alternativ bieten Stufenzinsanleihen privater Anbieter meist attraktivere Renditechancen.

Wenn Ihnen an einer Verfügungsmöglichkeit für Ihr Geld während der Laufzeit gelegen ist, sollten Sie die Bedingungen hierfür bei Ihrem Berater erfragen. Die Rückgabe kann eingeschränkt sein wie bei Bundesschatzbriefen. Die Papiere von Banken und Sparkassen werden in der Regel an der Börse eingeführt. Bei einem Verkauf während der Laufzeit besteht hier aber ein Kursverlustrisiko. Wie dies bei Ihrem konkreten Angebot ausgestaltet ist, können Sie im Produktinformationsblatt, dem sogenannten Beipackzettel, nachlesen.

Zusammengefasst: Stufenzinsanleihen können attraktive Anlagealternativen zu klassischen Anleihen sein. Angesichts möglicher Zinssteigerungen würde ich aktuell Laufzeiten von vier bis maximal fünf Jahren wählen.

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