• ANLEGER Frage: An Claus-Günther Richardt Leiter des Bereichs Vermögensanlagen bei der Berliner Sparkasse

ANLEGER Frage : An Claus-Günther Richardt Leiter des Bereichs Vermögensanlagen bei der Berliner Sparkasse

Wie schütze ich mich vor Inflation?

An Claus-Günther Richardt

Die Inflation ist auf dem höchsten Stand seit Herbst 2008. Wie kann ich meine Anlagen vor Geldentwertung schützen?

Die Inflationsrate liegt derzeit bei 2,4 Prozent. Da die Energie- und Nahrungsmittelpreise weiter steigen, wird auch die Inflationsrate zunächst weiter anziehen. Auch wenn die Teuerungsrate durch Basiseffekte im weiteren Jahresverlauf wieder sinken sollte: Mittel- bis langfristig sollte man die Inflation immer berücksichtigen, denn sie zehrt schleichend am Vermögen. Ohne adäquate Verzinsung verliert es bei zwei Prozent Inflation in zehn Jahren fast ein Fünftel an Wert.

Als Inbegriff der inflationsgeschützten Anlage gelten Immobilien. Aber nicht jeder kann oder will deshalb eine Wohnung oder ein Haus erwerben. Die einfachste Möglichkeit zur Nutzung als Kapitalanlage sind offene Immobilienfonds, über Jahrzehnte eine wertstabile Anlage mit Steuervorteilen. Aktuell sollten Anleger sich aber genau über die angebotenen Fonds informieren. Einige offene Immobilienfonds sind in die Schlagzeilen geraten, weil Anleger ihre Anteile zeitweise nicht mehr zurückgeben konnten.

Geschlossene Immobilienfonds, bei denen Sie sich direkt als Gesellschafter an einem Immobilienprojekt beteiligen können, kommen erst bei höheren Anlagesummen in Betracht. Da die Anleger bei geschlossenen Immobilienfonds nur sehr eingeschränkt über ihr Geld verfügen können, sind sie nur für renditeorientierte Investoren mit langfristigem Anlagehorizont geeignet.

Auch Aktien bieten Inflationsschutz und langfristig hohe Ertragschancen. Denn hinter einer Aktie steht der reale Wert des jeweiligen Unternehmens – damit aber natürlich auch die Gefahr des Wertverlusts. Aufgrund der breiteren Risikostreuung ist die Fondslösung hier eine sinnvolle Alternative zur Direktanlage. Dies gilt noch mehr für Rohstoffe, die weder Zinsen noch Dividenden ausschütten. Rohstoffinvestments, hierzu zähle ich auch die Anlage in Gold, sollten aufgrund ihres spekulativen Charakters immer nur eine Beimischung darstellen.

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich inflationsgeschützte Anleihen. Diese gibt es in vielfältigen Ausstattungsvarianten und mit diversen Bezeichnungen. Die Klassiker sind sogenannte inflationsindexierte Anleihen, bei denen die jährliche Zinszahlung und/oder die Rückzahlung am Ende der Laufzeit an einen Verbraucherpreisindex gekoppelt sind. Die Bundesrepublik Deutschland hat solche Anleihen begeben, die jetzt aber nur noch über die Börse erworben werden können. Begeben von Emittenten mit guter Bonität eignen sie sich auch für konservative Anleger, denn die Rückzahlung erfolgt mindestens zu hundert Prozent des Nennwertes.

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