• ANLEGER Frage: an Claus-Günther Richardt Leiter des Bereichs Vermögensanlagen bei der Berliner Sparkasse

ANLEGER Frage : an Claus-Günther Richardt Leiter des Bereichs Vermögensanlagen bei der Berliner Sparkasse

Jetzt noch eine Wohnung kaufen?

an Claus-Günther Richardt

Angesichts der derzeitigen Turbulenzen in der Eurozone fürchte ich eine weiter steigende Inflation. Wäre jetzt denn noch der richtige Zeitpunkt für den Erwerb einer Immobilie?

Der Kauf einer Immobilie ist in der Regel eine Lebensentscheidung. Sie sollten sich daher nicht von der aktuellen Entwicklung unter Druck setzen lassen. Gerade wenn es um so etwas Wichtiges wie Ihr eigenes Zuhause geht, bedarf es einer soliden Planung.

Auf der anderen Seite ist der Zeitpunkt für einen Immobilienkauf jetzt durchaus interessant. Zwar haben sich die Zinsen für Hypothekenkredite von ihren historischen Tiefstständen im Herbst vergangenen Jahres schon wieder ein Stück entfernt. Die Konditionen für Immobiliendarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung sind mit durchschnittlich rund vier Prozent Sollzins noch immer sehr attraktiv. Das Zinsbarometer zeigt aber nach oben. Die Europäische Zentralbank hat bereits Anhebungen des Leitzinses im weiteren Jahresverlauf signalisiert.

Kein Grund also, die Pläne für die eigenen vier Wände noch auf die lange Bank zu schieben. Denn Wohneigentum macht Sie unabhängig und kann einen großen Beitrag zu Ihrer finanziellen Sicherheit im Alter leisten. Zudem schützt es Sie vor Mieterhöhungen.

Auch wenn aus dem jüngsten Mietspiegel hervorgeht, dass Berlin im Vergleich der deutschen Großstädte noch ein relativ preiswertes Pflaster sein mag: Die Mieten steigen, seit 2009 um durchschnittlich vier Prozent im Jahr, in begehrten Lagen mitunter mehr als doppelt so viel. Schon bei einer Kaltmiete von derzeit 500 Euro und einer nur zweiprozentigen Mietsteigerung im Jahr zahlen Sie im Laufe von 20 Jahren Miete in Höhe von 145 000 Euro. Ein kleines Vermögen, das Sie auch gut in die eigene Immobilie investieren können.

Bei der Planung für einen Kauf sollten Sie zunächst ermitteln, wie viel Immobilie Sie sich leisten können. Zum reinen Kaufpreis müssen Sie noch rund 13,5 Prozent Nebenkosten für Makler, Notar und Grunderwerbssteuer kalkulieren. Für das obige Beispiel hieße das ein Investitionsvolumen von rund 165 000 Euro. Mit einer soliden 20-prozentigen Eigenkapitalquote ergäbe sich somit ein Finanzierungsbedarf in Höhe von 132 000 Euro. Monatlich kämen Sie bei einer Tilgung von zwei Prozent und einem Sollzins von vier Prozent auf eine Rate von 660 Euro. Diese monatliche Belastung kann durch staatliche Förderung sogar noch sinken. Und auch wenn Sie die Immobilie nicht selbst nutzen möchten, lohnt sich ein Erwerb als Kapitalanlage. Dadurch können sich für Sie auch steuerliche Vorteile ergeben.

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