• ANLEGER Frage: an Claus-Günther Richardt Leiter des Bereichs Vermögensanlagen bei der Berliner Sparkasse

ANLEGER Frage : an Claus-Günther Richardt Leiter des Bereichs Vermögensanlagen bei der Berliner Sparkasse

Wie hilft die Firma beim Vorsorgen?

an Claus-Günther Richardt

Mein Arbeitgeber bietet mir eine betriebliche Altersvorsorge an. Würden Sie mir den Abschluss eines entsprechenden Vertrages empfehlen? Was gibt es da für Möglichkeiten?

Jeder Baustein für ein Zusatzeinkommen im Rentenalter ist sinnvoll. Denn durch die Absenkung der gesetzlichen Rente wird es ohne private Vorsorge im Alter schwer sein, Ihren Lebensstandard zu halten. Wenn Sie da Ihr Arbeitgeber unterstützt, sollten Sie dies nutzen.

Eine betriebliche Altersvorsorge kann darüber hinaus auch unter steuerlichen Aspekten für Sie interessant sein. Sie als Arbeitnehmer dürfen nämlich auf Grundlage gesetzlicher Regelungen über Ihren Arbeitgeber zum Beispiel eine sogenannte Direktversicherung abschließen.

Die gibt es in zwei Varianten: Die firmenfinanzierte Direktversicherung, bei der sich der Arbeitgeber finanziell beteiligt oder die Gehaltsumwandlung, hier zahlt der Arbeitnehmer die Beiträge direkt aus seinem Bruttoeinkommen. Mit beiden Varianten genießen Sie steuer- und sozialversicherungsrechtliche Vorteile.

Neben monatlichen Regelbeiträgen können auch Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld in die betriebliche Altersversorgung einfließen. Allerdings treten vom kommenden Jahr an gesetzliche Änderungen in Kraft, die Sie unbedingt berücksichtigen sollten. Die Auszahlung von Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung konnte bisher ab dem vollendeten 60. Lebensjahr erfolgen. Für alle ab dem 1. Januar 2012 abgeschlossenen Verträge ist dies frühestens ab dem vollendeten 62. Lebensjahr möglich.

Auch die Steuerfreiheit von Beiträgen beziehungsweise ein Betriebsausgabenabzug von Aufwendungen zur betrieblichen Altersvorsorge wird nur dann weiterhin gewährt, wenn das vollendete 62. Lebensjahr als frühester Leistungstermin berücksichtigt wurde. Das Angebot Ihres Arbeitgebers kommt also genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn es gibt noch einen weiteren wichtigen Aspekt, der eine schnelle Entscheidung notwendig macht: Alle Verträge zur Altersvorsorge, die in diesem Kalenderjahr abgeschlossen werden, basieren nicht nur auf den bisher gültigen Rechtsgrundlagen, sondern auch auf den nur noch bis zum 31. Dezember 2011 gültigen Rechnungsgrundlagen.

Aktuell liegt der Rechnungszins – der sogenannte Garantiezins – bei 2,25 Prozent und ist damit um einiges attraktiver als die von 2012 an geltenden 1,75 Prozent. Zwei gute Gründe also für einen Vertragsabschluss noch im laufenden Jahr. Vor allem dann, wenn Sie bisher wenig oder noch gar keine zusätzliche Vorsorge für ihr Alter getroffen haben.

– Haben Sie auch eine Frage?

 Dann schreiben Sie uns:

E-Mail:

Redaktion.Geld@tagesspiegel.de

Postanschrift: Verlag Der Tagesspiegel,

Redaktion Geld, 10876 Berlin

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben