• ANLEGER Frage: An Claus-Günther Richardt Leiter des Bereichs Vermögensanlagen bei der Berliner Sparkasse

ANLEGER Frage : An Claus-Günther Richardt Leiter des Bereichs Vermögensanlagen bei der Berliner Sparkasse

Lohnt sich Bausparen noch?

An Claus-Günther Richardt

Lohnt sich Bausparen bei dem aktuellen niedrigen Zinsniveau überhaupt noch?

Als festverzinsliche Anlage ist ein Bausparvertrag derzeit sicherlich nicht sonderlich attraktiv. Wie für alle sicheren Sparanlagen gilt auch hier: Die Verzinsung liegt unter der Inflationsrate. Dennoch empfehle ich den Abschluss eines solchen Vertrages.

Dies mag auf den ersten Blick paradox klingen. Aber der Bausparvertrag bietet Anlegern einige interessante Vorteile. Schauen wir uns das Konstrukt an: Zunächst spart man für einige Jahre Kapital an und hat später Anspruch auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen.

Vorteil Nummer 1: Flexibilität. Man kann das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen, muss es aber nicht. Zudem kann man den Bausparvertrag der jeweiligen Lebenssituation anpassen, etwa die Sparraten flexibel bestimmen oder auch mal aussetzen. Auch die Bausparsumme kann erhöht oder verringert werden. In der Darlehensphase sind problemlos Sondertilgungen möglich, die beim klassischen Immobiliendarlehen in der Regel nur mit einem Zinsaufschlag erkauft werden können. Und schließlich kann das Darlehen für viele wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Nicht nur Eigentümer, auch Mieter können mit Einverständnis des Vermieters beispielsweise die Renovierung des Badezimmers mit einem Bausparvertrag finanzieren.

Das seit jeher gewichtigste Argument für das Bausparen ist die Sicherheit. Dies meint nicht nur die Sicherheit des angelegten Guthabens. Vielmehr erwirbt jeder, der eventuell einmal Wohneigentum erwerben möchte, mit einem Bausparvertrag ein Stück Planungssicherheit für die Zukunft. Denn schon mit Abschluss des Bausparvertrages wird der Darlehenszinssatz für später fest vereinbart. Dieser Vorteil zieht gerade beim aktuell niedrigen Zinsniveau, denn nicht jeder kann oder will jetzt Wohneigentum finanzieren, sondern plant dies vielleicht erst in einigen Jahren.

Das dritte Argument pro Bausparen: Die staatliche Förderung in dreifacher Form. Geld vom Staat gibt es innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen mit der Wohnungsbauprämie bei wohnwirtschaftlicher Verwendung des Vertrages und der Arbeitnehmersparzulage auf vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers. Einkommensunabhängig ist die Wohn-Riester-Förderung. Seit Anfang diesen Jahres ist Wohn-Riester übrigens noch vielseitiger: Das Riester-Vermögen kann ab sofort auch für die alters- und behindertengerechte Modernisierung eingesetzt werden.

Nicht umsonst rangiert der Bausparvertrag in Deutschland auf Platz drei der beliebtesten Geldanlagen.

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