• ANLEGER Frage: an Claus-Günther Richardt Leiter des Bereichs Vermögensanlagen der Berliner Sparkasse

ANLEGER Frage : an Claus-Günther Richardt Leiter des Bereichs Vermögensanlagen der Berliner Sparkasse

Geld schenken ohne Scheine?

an Claus-Günther Richardt

Zu Weihnachten möchte ich meinen Kindern gerne ein Geldgeschenk machen. Welchen Tipp haben Sie da für mich, wenn ich das Geld nicht einfach in einen Briefumschlag legen möchte?

Kindern Geld zu schenken, ist sozusagen eine sichere Bank. Denn anstatt mit einem ungewünschten Geschenk unter dem Baum die Erwartungen des Kindes zu enttäuschen, kann man bei einem Geldgeschenk fast nichts falsch machen.

Für die ganz Kleinen bietet sich das klassische Sparbuch an, sozusagen ein Geschenk fürs Leben. Kinder können so den Umgang mit Geld lernen, es ansparen und sich größere Wünsche erfüllen. Ihr Geldgeschenk könnte dazu den Grundstock legen. Banken bieten für die Jüngsten in der Regel attraktive Zinssätze, bei der Berliner Sparkasse sind es bis 1000 Euro derzeit drei Prozent – die Mitgliedschaft im Knax-Club nicht zu vergessen.

Für die etwas Größeren könnten Sie eine Prepaidkarte in Betracht ziehen. Jugendliche ab zwölf Jahren können die Karte wie eine Kreditkarte einsetzen, allerdings nur auf Guthabenbasis. Der Vorteil: Die Jugendlichen können flexibel, also auch im Internet und auf Reisen im Ausland, mit der Karte bezahlen. Eine Verschuldung ist aber ausgeschlossen. Und wenn die Karte verloren geht, kann sie gesperrt werden, sie ist also sicherer als Bargeld. Zu beachten ist hier, dass bei Minderjährigen die Eltern zustimmen müssen und der Beschenkte ein Bankkonto benötigt. Vergleichen Sie die Angebote und entscheiden Sie sich für einen Anbieter, der die Prepaidkarte für Minderjährige kostenlos anbietet und das Guthaben verzinst.

Ein Geschenk zum Anfassen wäre eine Goldmünze, ein klassisches Andenken an den Schenkenden. Abgesehen von dem Erinnerungswert halte ich persönlich aber nicht viel davon. Denn letztlich spekuliert man ausschließlich auf einen steigenden Goldpreis, eine Verzinsung gibt es nicht. Und auf lange Sicht schwankt der Preis für Gold gewaltig. Wenn Ihr Kind die Münze zu einem schlechten Zeitpunkt verkaufen möchte, kann es herbe Verluste einfahren.

Bleibt noch eine Ausbildungsversicherung, eine sehr langfristige Anlage. Sie zahlen entweder einen Einmalbetrag ein oder sparen über Jahre hinweg regelmäßig. Ihr Kind erhält dann zu einem bestimmten Zeitpunkt, mit 18 Jahren oder zu Beginn der beruflichen Ausbildung, die Versicherungssumme oder einen festen monatlichen Betrag – ein finanzieller Grundstock, mit dem ihr Kind auf eigenen Füßen stehen kann.

Wofür Sie sich auch entscheiden: Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Weihnachtsfest!

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