ANLEGER Frage : Der Fiskus hilft beim Fondskauf

Peter Lischke von der Verbraucherzentrale Berlin erklärt, in wiefern Ausgaben beim Fondskauf steuerlich abgesetzt werden können.

an Peter Lischke

Können Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Erwerb von Aktienfonds und anderen Kapitalanlagen anfallen, nach wie vor steuerlich geltend gemacht werden? Was ist hier zu beachten?

Ja, entsprechende Ausgaben können nach wie vor steuerlich geltend gemacht werden. Aber sie können nach wie vor nur zur Hälfte als Werbungskosten angesetzt werden. Der Bundesfinanzhof hat in einem Urteil vom 19. Juni 2007 (AZ VIII R 69/05) entschieden, dass diese Regelung des Einkommensteuergesetzes (Paragraf 3 c Absatz 2) verfassungsgemäß sei.

Die Änderung des Einkommensteuergesetzes im Jahr 2001 mit der Festschreibung des sogenannten „Halbabzugsverbots“ war bisher sowohl unter Juristen als auch in der Wirtschaft sehr umstritten. Es ist für betriebliche Kapitaleinkünfte im Jahr 2004 wieder abgeschafft worden, gilt aber für Privatanleger fort. Nach der Regelung des Paragrafen 3c II Einkommensteuergesetz dürfen unter anderem Werbekosten, die mit den dem Paragrafen 3 Nr. 40 Einkommensteuergesetz zugrunde liegenden Einnahmen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, bei der Ermittlung der Einkünfte nur zur Hälfte abgezogen werden, und zwar unabhängig davon, in welchem Veranlagungszeitraum die Einnahmen angefallen sind.

Im konkreten Fall war durch den Kläger eine GmbH-Beteiligung privat mit Krediten finanziert worden und die Kreditzinsen sollten in voller Höhe als Werbekosten von seinen Kapitaleinkünften abgezogen werden. Dies hat der Bundesfinanzhof abgelehnt, da auch die Gewinne aus dem Verkauf von Kapitalanlagen nur zur Hälfte besteuert würden.

Zum 1. Januar 2009 wird sich mit der Einführung der Abgeltungsteuer die Besteuerung von Kapitalerträgen wiederum grundsätzlich ändern. Bisher waren neben der hälftigen Besteuerung von Dividenden und anderen Kapitalerträgen auch Kursgewinne von länger als einem Jahr gehaltenen Wertpapieren steuerfrei. Beide Regelungen werden abgeschafft, von 2009 an müssen Dividenden voll versteuert werden, ebenfalls Kursgewinne, gleichgültig, wie lange die Papiere im Besitz des Anlegers sind. Die Höhe der Besteuerung richtet sich nach dem persönlichen Steuersatz, erhoben werden aber höchstens 25 Prozent.



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