• ANLEGER Frage: <i>An Claus-Günther Richardt < i>Leiter des Bereichs Vermögensanlagen bei der Berliner Sparkasse

ANLEGER Frage : An Claus-Günther Richardt < i>Leiter des Bereichs Vermögensanlagen bei der Berliner Sparkasse

Soll ich auf fallende Kurse setzen?

An Claus-Günther Richardt

Der DAX erreicht neue Höchststände. Wie kann ich davon profitieren? Lohnt es sich, auf fallende Kurse zu setzen?

Der Index für die 30 größten deutschen Standardaktien, Dax, hat eine beeindruckende Kursentwicklung hingelegt. Und ich gehe davon aus, dass er noch weiteres Potenzial nach oben hat. Aber klar ist auch: Je höher die Aktienkurse steigen, desto größer wird die Gefahr von technisch bedingten Rückschlägen.

Auf diesem hohen Niveau mit einem größeren Betrag in Aktien einzusteigen, ist daher mit einigen Unsicherheiten behaftet. Trotzdem würde ich Privatanlegern nicht raten, jetzt auf fallende Kurse zu setzen. Eine alte Börsenregel besagt „The trend is your friend“. Will heißen, dass Sie an den Aktienmärkten nicht gegen den Strom schwimmen sollten. In einem Markt mit positiver Stimmung auf fallende Kurse zu setzen, ist bestenfalls ein Thema für Spekulanten.

Es gibt jedoch eine Strategie, bei der Sie mit dabei sind, wenn die Aktienmärkte weiter steigen, aber noch stärker profitieren, wenn die Kurse schwanken. Statt eines Einmalbetrages investieren Sie in mehreren Raten. Hierfür eignen sich insbesondere Investmentfonds, die man via Sparplan erwerben kann. Durch die Umrechnung des festen Betrages erwerben Sie je nach aktuellem Kurs unterschiedlich viele Anteile – bei hohen Preisen weniger, bei sinkenden Preisen mehr. Im Schnitt kaufen Sie damit günstiger und profitieren vom sogenannten Cost-Average-Effekt, dem Durchschnittspreis-Effekt.

Die Fondsgesellschaft LBB-Invest hat dessen Wirkungsweise anhand eines internationalen Aktienfonds über verschiedene Zeiträume untersucht. Beim Vergleich einer Einmalanlage von 12 000 Euro mit einem Sparplan über monatlich 100 Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren (von 2000 bis 2010) erzielte der Sparplan eine jährliche Wertentwicklung von 5,9 Prozent. Die Einmalanlage hingegen rentierte lediglich mit knapp vier Prozent pro Jahr.

Je stärker die Kursschwankungen desto größer ist dieser Cost-Average-Effekt: Bei einem Anlagezeitraum von Anfang 2008 bis Mitte 2010, der die Finanzmarktkrise berücksichtigt, ließ sich mit einem Einstieg in Raten eine positive Wertentwicklung von 6,3 Prozent pro Jahr erreichen, während eine Einmalanlage negativ mit minus 8,7 Prozent zu Buche schlug.

Man kann als Anleger also vom Auf und Ab an den Börsen mit der richtigen Strategie durchaus profitieren. Wichtig ist aber, dass Sie bei der Aktien(fonds)anlage von vornherein einen längeren Anlagehorizont einplanen und genügend Flexibilität beim Verkauf mitbringen.

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