• ANLEGER Frage: <i>an Helmut Kaiser < i>Globaler Chefanlagestratege für Privatkunden der Deutschen Bank

ANLEGER Frage : an Helmut Kaiser < i>Globaler Chefanlagestratege für Privatkunden der Deutschen Bank

Chance für Anleger mit Ausdauer

an Helmut Kaiser

Die Dax-Konzerne berichteten über ein starkes zweites Quartal 2010, die deutsche Wirtschaft brummt wieder. Zugleich wächst die Sorge vor einer Abschwächung der US-Wirtschaft und des Wachstums in China. Hat der Deutsche Aktienindex noch Luft nach oben?

Nach dem Ende der starken Berichtssaison geht den Märkten nun der Haupttreiber der jüngsten Aufwärtsbewegung verloren. Die stärker in den Fokus rückenden Konjunkturdaten, insbesondere in den USA, werden wahrscheinlich schwächer ausfallen und damit zur weiteren Verunsicherung über den Verlauf der Weltwirtschaft und die zukünftige Exportaussichten deutscher Unternehmen beitragen. Die Analysten dürften zudem – trotz der guten Quartalsresultate – ihre Prognosen insbesondere für das Jahr 2011 nach unten revidieren. Ein Grund: die beschlossenen staatlichen Sparmaßnahmen und das Auslaufen der staatlichen Konjunkturprogramme.

Deutsche Aktien, die dank starker Exportdynamik und einem geringen Anteil an Finanztiteln im Euroland 2010 bisher die beste Performance aufweisen, werden sich diesen negativen Einflüssen nicht entziehen können und in den nächsten Wochen eine schwächere Marktphase durchschreiten. Der Dax sollte allerdings innerhalb seiner aktuellen Handelsspanne von 5800 bis 6300 Indexpunkten bleiben. Spätestens im vierten Quartal dürfte der Dax jedoch wieder zulegen. Die rückläufigen Wirtschaftsindikatoren, vor allem in den USA, werden sich voraussichtlich bis dahin stabilisiert haben und signalisieren, dass es zwar zu einer Verlangsamung des globalen Wachstums, aber nicht zu einem Rückfall in die Rezession kommt. Die Weltwirtschaft bleibt 2010 und 2011 auf dem Wachstumspfad, getragen vor allem von den Emerging Markets. Den Industrieländern hilft zudem die weiterhin expansive Geldpolitik.

Infolge der positiven Ertragseffekte – höhere Nachfrage sowie anziehende Kapazitätsauslastung – verbessern sich die Quartalsgewinne der Unternehmen deutlich gegenüber dem Vorjahr. Die Ertragsperspektiven stellen sich damit nicht nur für das laufende Jahr, sondern auch für das Jahr 2011 positiv dar. Wir gehen davon aus, dass die Wachstumsrate der Gewinne der Dax-Konzerne 2011 zwar spürbar geringer als 2010 ausfallen wird, aber immer noch im zweistelligen Bereich liegen sollte. Unterstützend wirkt das absolut und relativ zu Staats- und Unternehmensanleihen attraktive Bewertungsniveau der Aktie. Die derzeitige Marktschwäche, die sich noch etwas fortsetzen könnte, bietet daher eine günstige Einstiegschance gerade für mittel- bis längerfristig orientierte Investoren.

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