Wirtschaft : Anleger sind optimistisch gestimmt

Stefan Kaiser

Die nächste Woche wird so ruhig werden wie die vergangene. Darauf deutet zumindest der sich abzeichnende Mangel an Unternehmensnachrichten hin. Technologietitel könnten im Zuge der Internationalen Funkausstellung (Ifa) für kurstreibende Meldungen sorgen. Von Volkswagen erwarten die Investoren am Montag Neuigkeiten zum Sanierungskurs.

In der vergangenen Woche bewegte sich der deutsche Aktienmarkt nur wenig. Der Leitindex Dax stieg um 1,1 Prozent. Auffälig waren vor allem die deutlichen Kurssteigerungen der Infineon-Aktie. Sie gewann rund fünf Prozent – vor allem, weil Analysten das Hightech-Unternehmen nun wieder positiver beurteilen (siehe Grafik).

Nachdem sich die Aktienmärkte im August wieder von den Kursverlusten des Frühsommers erholt haben, blicken auch die meisten Börsenstrategen wieder recht optimistisch in die Zukunft. Zwar erwarten die Banken, dass der Konjunkturzyklus seinen Höhepunkt erreicht hat, dennoch raten viele zum Aktien-Kauf. „Anleger sollten Aktien aufgrund der fundamental oftmals attraktiven Bewertung grundsätzlich präferieren“, heißt es bei der Commerzbank. Auch die Experten der Berenberg Bank sind „positiv für den Aktienmarkt gestimmt“, sie sprechen sogar von einer „Aktienrally“. Ihre Hoffnung stützt sich darauf, dass die Zinsen in den USA mittelfristig sinken könnten. Erste Anzeichen dafür hatte das Protokoll der US-Notenbank-Sitzung gegeben, das am Mittwoch veröffentlicht worden war. Die Banker gehen von einem schwächeren Wirtschaftswachstum aus, das dämpft zumindest die Zinssorgen. Weiteren Aufschluss zur künftigen Zinspolitik erhoffen sich Investoren in der kommenden Woche vom Konjunkturbericht der US-Notenbank – dem so genannten Beige Book.

In der kommenden Woche könnte wegen der dünnen Nachrichtenlage der Wetterbericht für die Karibik ins Blickfeld der Börsianer rutschen. Grund ist die Hurrikansaison. „Sollten sich Stürme aufbrauen, die wichtige Ölstandorte bedrohen, könnten Rückversicherer verstärkt in den Fokus der Anleger rücken und unter Abgabedruck geraten“, sagt Michael Köhler von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Ein Unsicherheitsfaktor bleibt auch die angespannte Lage im Atomstreit zwischen dem Westen und Iran.

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