Anleihen : iBonds bringen Apple 17 Milliarden

Trotz niedriger Zinsen sind Apple-Anleihen gefragt. Der Technologiekonzern will mit dem Investorengeld seinen Aktienkurs aufpäppeln.

Apple sammelt Geld von Investoren ein.
Apple sammelt Geld von Investoren ein.Foto: AFP

Rekord-Geldregen für Apple: Der iPhone-Konzern hat sich mit dem Verkauf von Anleihen 17 Milliarden Dollar beschafft – so viel wie kein anderes US-Unternehmen zuvor auf einen Schlag. Das Geld soll in den Rückkauf eigener Aktien und in Dividenden fließen. Damit will Apple den schwächelnden Aktienkurs aufpäppeln und die Anleger an den Milliardengewinnen beteiligen. Es war die erste Apple-Anleihe seit 20 Jahren.

Anleihen sind Schuldpapiere. Apple muss dafür Zinsen berappen und das Geld nach einer vorher festgelegten Zeit zurückzahlen. Für den Konzern ist es günstiger, Schulden zu machen, statt auf die eigenen Reserven zurückzugreifen. Denn rund 102 Milliarden Dollar und damit zwei Drittel des Kassenbestands sind außerhalb der USA geparkt. Bei der Überweisung in die USA würden hohe Steuern fällig. Deshalb hatte Apple schon vor einer Woche verkündet, erstmals seit fast zwei Jahrzehnten wieder Anleihen verkaufen zu wollen. Die Papiere bekamen schnell den Spitznamen „iBonds“.

Und diese „iBonds“ waren gefragt bei den Investoren. Wie Bloomberg und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eingeweihte Personen schrieben, erreichten die Anfragen in den Orderbüchern bereits am Dienstagmorgen Ortszeit über 50 Milliarden Dollar. Apple habe sich daraufhin günstigere Zinsen gesichert, hieß es unter Berufung auf beteiligte Banker.

Apple bot sechs Anleihetypen an, die das Unternehmen in drei bis 30 Jahren zurückzahlen muss. Entsprechend unterschiedlich waren auch die Zinssätze. So lieh sich Apple 5,5 Milliarden Dollar für zehn Jahre bei einem Zins von 2,415 Prozent, schrieb das „Wall Street Journal“. Bei den Drei-Jahres-Anleihen seien es 0,511 Prozent und bei den Papieren, die bis 2043 laufen, 3,883 Prozent.

Apple verdient selbst in schlechteren Quartalen derzeit um die zehn Milliarden Dollar. Allgemein ist das Zinsniveau niedrig und Apple besitzt bei den zwei großen Ratingagenturen S & P und Moody’s eine hervorragende Kreditwürdigkeit, wenngleich nicht die Bestnoten. So gab es von Moody’s ein Rating der zweitbesten Stufe „Aa1“ statt des begehrten „Triple-A“, wie es etwa die Bundesrepublik Deutschland besitzt. (dpa)

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