Wirtschaft : Anreiz für Superreiche

Markus Huber

Die Steuerreform, die in Österreich im Januar 2005 in Kraft trat, gilt als das Herzstück der Mitte-Rechts-Koalition von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Vor allem für Unternehmer hat sich die Reform gelohnt. Mit einer Absenkung der Körperschaftsteuer auf 25 Prozent sollte den österreichischen Unternehmern ein Anreiz geschaffen werden, ihre Fabriken nicht ins osteuropäische Ausland zu verlagern; daneben sollten aber auch internationale Konzerne nach Österreich gelockt werden. Konkrete Zahlen über die Auswirkungen der Steuersenkung gibt es zwar noch nicht, dem Wiener Wirtschaftsministerium zufolge soll die Reform aber tatsächlich ein schlagkräftiges Argument beim Kampf um ausländische Investoren sein. Ein Unikum des österreichischen Steuersystems ist auch die 25-prozentige Steuer auf Kapitalerträge – egal in welcher Höhe. Sie wirkt wie eine Flat-Tax, was sich vor allem für Besserverdienende lohnt, da ihre Einkünfte aus Aktienbesitz nicht auf die Einkommensteuer angerechnet werden. Das hat dazu geführt, dass sich in Österreich zahlreiche deutsche Superreiche angesiedelt haben, die ihre Erträge lieber vom österreichischen Finanzminister versteuern lassen. Der so genannte Spitzensportler-Steuersatz wiederum macht Österreich ebenfalls für Deutsche interessant – so wohnt Ralf Schumacher nicht zuletzt deshalb bei Salzburg, weil er seine Einkünfte hier nur mit acht Prozent versteuern muss.

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