Wirtschaft : Anschub für Produktentwicklung Ost

Neue Förderrichtlinien besser auf kleine und junge Firmen zugeschnitten / Vereinfachtes Verfahren

BERLIN (dpa).Die ostdeutsche Industrieforschung soll mit neuen Förderregelungen weiter angekurbelt werden.Von 1998 an erleichtert das Bundeswirtschaftsministerium kleinen und mittleren Unternehmen aus den neuen Ländern den Zugang zu Fördermitteln für Forschungs- und Entwicklungsprojekte (FuE).Wie am Dienstag verlautete, würden die bisherigen Programme zur Personalförderung und Marktvorbereitung in modifizierter Form weitergeführt.Die am 1.Januar 1998 in Kraft tretende neue Richtlinie ermögliche es, verstärkt junge Unternehmen mit hohem Forschungs- und Entwicklungsanteil zu unterstützen.Zugleich werde die Antragstellung vereinfacht. Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt erklärte, mit dieser Fördermaßnahme sollen kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und externe Industrieforschungseinrichtungen bei der Entwicklung neuer Erzeugnisse und Verfahren unterstützt werden.Die Innovationskraft soll so gestärkt und die Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden. Nach Angaben der Projektträgerin, der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Marktplanung (Gewiplan), Berlin, können künftig auch FuE-Vorhaben in produzierenden Betrieben unterstützt werden, die nicht älter als drei Jahre seien.Zur Vereinfachung würden erstmals die Personal- und Materialausgaben in Form von Pauschalen gewährt.Verändert würden zudem die Fristen für die Antragstellung.Statt eines Stichtages im Jahr könnten Fördermittel nun ganzjährig beantragt werden. Das Konzept des Bundeswirtschaftsministeriums sehe eine Fortführung des Programms bis zum Jahr 2001 vor, teilte Gewiplan mit.1998 stehe allein für marktvorbereitende Vorhaben eine dreistellige Millionensumme zur Verfügung.Nach Bewilligung erhielten GmbH nichtrückzahlbare Zuschüsse bis zu 45 Prozent ihrer Projektausgaben, gemeinnützige Gesellschaften bis zu 75 Prozent.Für 1998 sei von erneut bis zu 600 Bewilligungen auszugehen. In Ostdeutschland gibt es Schätzungen zufolge etwa 2500 Forschungs- und Entwicklungsunternehmen, die regionale oder überregionale Industrieauftraggeber suchen.Nach der Wende hatte ein Großteil der FuE-Unternehmen in den neuen Ländern die traditionellen Auftraggeber verloren.Die Zahl der Forscher in der Ostindustrie ist nach Angaben des Verbandes innovativer Unternehmen seit 1990 innerhalb von vier Jahren von 76 000 auf 13 000 gesunken.Doch drohe ein weiterer Rückgang, da die wenigen ostdeutschen Großfirmen schneller FuE-Stellen abbauten als Neugründer aufbauen könnten.Ein Argument für eine weitere Grundförderung sei, daß erst 40 Prozent der Innovationsfirmen überhaupt 75 Prozent der FuE-Vorleistungen aus eigenem Aufkommen erwirtschaften könnten.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar