ANSHU JAIN VERTEIDIGT GRÖSSE DER DEUTSCHEN BANK : „Die Krise ist noch nicht überwunden“

Fünf Jahre nach der Lehman-Pleite hat sich die Finanzindustrie nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain noch nicht endgültig von dem Schock erholt. „Die Krise wirft einen langen Schatten“, sagte Jain am Mittwoch bei einer Bankentagung in Frankfurt am Main. Der Gegenwind für Banken sei weiterhin enorm. „Die Kosten für Rechtsstreitigkeiten sind beträchtlich gestiegen.“ Solche Auseinandersetzungen würden die Branche noch über Jahre beschäftigen.

Auch Europa insgesamt habe bei der Lösung der Schuldenkrise noch viel Arbeit vor sich, urteilte Jain. Zugleich verteidigte der Manager, der den Dax-Konzern gemeinsam mit Jürgen Fitschen führt, den Wachstumskurs der Deutschen Bank. Für Banken zeichneten sich drei Geschäftsmodelle ab: Regionalbanken wie die deutschen Sparkassen, weltweit aktive Spezialinstitute und Universalbanken wie die Deutsche Bank. Größe und

globale Ausrichtung der Deutschen Bank sei für die Exportnation Deutschland wichtig, betonte Jain: „Keine deutsche Bank ist so global wie wir, keine globale Bank ist so deutsch wie wir.“ Zugleich seien weitere Fusionen in der Branche unausweichlich. Auch für die Deutsche Bank gebe es interessante Optionen – aber keine konkreten Pläne. Damit Großbanken keine Gefahr für die Stabilität der gesamten Wirtschaft seien, brauche es klare Regeln, wie kriselnde Banken abgewickelt werden könnten, ohne dass dies zu Lasten der Steuerzahler gehe. Jain bekannte sich damit dazu, dass keine Bank mehr zu groß sein darf, um auch scheitern zu können („too big to fail“). Dabei bedürfe es einheitlicher

internationaler Regeln. Kritik kam vom Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und

Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon. Er stellte fest, dass es zu große Banken waren, die die Finanzkrise ausgelöst hätten. Für ihn hat sich seit der Lehman-Pleite vor fünf Jahren wenig daran geändert, dass sich Institute im Notfall auf staatliche Hilfe verlassen könnten. dpa

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