Wirtschaft : Anspringende Konjunktur sorgt für Beschäftigung

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Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 10,6 Prozent - Berlin und der Osten bleiben weiter zurücksik

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Deutschland im Monat März auf 4,14 Millionen gesunken. Das waren 147 500 weniger als ein Jahr zuvor und 136 100 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank binnen Jahresfrist von 11,1 Prozent auf 10,6 Prozent. Das gab der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, am Mittwoch in Nürnberg bekannt.

In den alten Ländern registrierten die Arbeitsämter Ende März 2,69 Millionen Arbeitslose. Das waren 206 100 weniger als ein Jahr zuvor und 106 300 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr von 9,3 Prozent auf 8,6 Prozent. In den neuen Ländern wurden 1,45 Millionen Arbeitslose gezählt. Das waren 58 600 mehr als vor einem Jahr und 29 800 weniger als vor einem Monat. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Jahresfrist von 18,4 Prozent auf 18,9 Prozent.

Die Zahl der Arbeitslosen wird sich im April voraussichtlich weiter verringern. "Ich gehe davon aus, dass die Konjunktur uns weiter helfen wird. Ich werde immer sicherer, dass wir unsere Erwartungen für den Jahresdurchschnitt um 200 000 gegenüber dem Vorjahr senken können", schätzte Jagoda.

In der Region Berlin-Brandenburg ist anders als im Bundesdurchschnitt eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt im vergangenen Monat ausgeblieben. Zwar sank die Zahl der Arbeitslosen im März im Vergleich zum Vormonat um 7443 auf 517 728, doch gibt es im Vergleich zum März 1999 21 294 mehr Erwerbslose. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 17,3 Prozent und ist damit um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Februar, gegenüber dem März 1999 liegt sie allerdings 0,5 Prozentpunkte höher. "Die saisonbedingte Nachfrage nach Arbeitskräften ist deutlich geringer ausgefallen als im Vorjahr und als in den alten Bundesländern", sagte der Präsident des Landesarbeitsamtes, Klaus Clausnitzer. Gleichwohl geht er davon aus, dass in diesem Jahr in der Region die "Talsohle durchschritten" und die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt um 5000 unter der des Vorjahres liegen wird.

In Berlin waren Ende März 274 865 Arbeitslose registriert, die Arbeitslosenquote liegt mit 16,3 Prozent (Februar 16,4) um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. In Brandenburg wurden 242 863 Erwerbslose gezählt; die Arbeitslosenquote beträgt 18,7 Prozent (Februar 19,1) und ist 0,9 Prozentpunkte höher als im März 1999.

Nach Clausnitzers Angaben hat sich auf dem Arbeitsmarkt von Berlin und Brandenburg vor allem der Rückgang der arbeitsmarktpolitischen Instrumente bemerkbar gemacht: Die Zahl der Arbeitsbeschaffungs- und Strukturanpassungsmaßnahmen in der Region ging im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent zurück und liegt jetzt bei 55 300. Auswirkungen habe auch die demographische Entwicklung, dass jetzt mehr Menschen aus Altersgründen aus dem Erwerbsleben ausscheiden und weniger Menschen nachrückten.

Eine deutliche Zunahme gibt es hingegen bei den Arbeitslosen unter 25 Jahren. Ihre Zahl liegt bei 59 100, das sind 8300 mehr als im Vorjahr. Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist nach Angaben des Landesarbeitsamtschefs, dass in diesem Jahr wesentlich weniger junge Menschen durch das Jugendsofortprogramm der Bundesregierung neu gefördert werden können. Für Berlin und Brandenburg stünden zwar weiterhin 295 Millionen Mark zur Verfügung, doch sei bereits ein großer Teil dieser Mittel durch die Weiterführung von Maßnahmen aus dem Vorjahr gebunden. Jugendliche, die durch das Programm nicht mehr gefördert werden könnten, fielen jetzt unter die Maßnahmen der Arbeitsämter.

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