Wirtschaft : Anzeige gegen Gründer der Noa Bank Staatsanwaltschaft prüft ein Ermittlungsverfahren

Foto: promo
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Berlin - Die Staatsanwaltschaft prüft ein Ermittlungsverfahren im Fall der stillgelegten Noa Bank. Gegen die Gründer der Bank, François Jozic und Frederic Lodewyk, sei eine Strafanzeige eingegangen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Freitag. Bereits am Mittwoch hatte die Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin die Bank geschlossen. Die Kundengelder, nach Bafin- Angaben 172 Millionen Euro, sind bis auf Weiteres eingefroren.

Die Noa Bank war im vergangenen November mit dem Versprechen gestartet, das Geld ihrer Kunden „sinnvoll“ anzulegen, etwa in regionalen oder ökologischen Projekten. Zudem warb sie mit hohen Tagesgeldzinsen. In kurzer Zeit gewann das Institut 15 000 Kunden und 300 Millionen Euro Spareinlagen. Einen großen Teil davon steckte die Bank in eine eigene Tochterfirma, die Noa Factoring AG, die am Mittwoch Insolvenz anmeldete. Die Noa Factoring AG kaufte anderen Firmen Forderungen ab. Ehemalige Kunden haben dem Unternehmen schon früher unlautere Methoden vorgeworfen, auch die aktuelle Anzeige soll sich auf die Aktivitäten der Noa Factoring AG beziehen.

Die Bafin hatte Zweifel an dem Geschäftsmodell und verbot der Noa Bank schon im Juni, Kundengelder anzunehmen. Am Mittwoch schloss die Aufsicht die Bank dann ganz mit der Begründung, dass dem Institut nach dem Insolvenzantrag der Tochter Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung drohten. Einlagen bis zu 50 000 Euro sind durch die gesetzliche Einlagensicherung garantiert. Damit die Kunden ihr Geld zurückbekommen, muss die Finanzaufsicht den Entschädigungsfall feststellen. Das kann bis zu sechs Wochen dauern. mirs

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