Wirtschaft : AOL Time Warner: Unternehmen muss hohe Verluste hinnehmen

Das weltgrößte Medienunternehmen AOL Time Warner hat im dritten Quartal dieses Jahres hohe Verluste erlitten. Klammert man Sonderbelastungen aus, hat sich die Gewinnsituation allerdings dank des guten Online-, Film- und Kabelfernsehgeschäfts erheblich verbessert. Das Unternehmen war durch die Übernahme von Time Warner durch AOL für 106 Milliarden Dollar im Januar des laufenden Jahres entstanden.

AOL Time Warner wies für das dritte Quartal einen Verlust von 996 Millionen Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) aus, damit erhöhte sich der Fehlbetrag um 94 Millionen Dollar gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar. Der Ebitda-Gewinn unter Ausklammerung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation legte allerdings um 20 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar zu. Damit hat AOL Time Warner die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Für die ersten neun Monate 2001 wies das Unternehmen einen Verlust von 3,1 (Vorjahr: 3,3) Milliarden Dollar aus. Der Ebitda-Gewinn erhöhte sich jedoch um 20 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg um sechs Prozent 27,6 Milliarden Dollar.

Die Abonnenteneinnahmen stiegen im dritten Quartal um 13 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar, während die Werbe- und elektronischen Kommerzumsätze um fünf Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar fielen. AOL Time Warner hat in den vergangenen zwölf Monaten die Zahl seiner Abonnenten um insgesamt 18,2 Millionen auf 137 Millionen erhöht. Die Kundenzahl beim digitalen Kabelfernsehen schoss um 127 Prozent auf 2,9 Millionen in die Höhe.

AOL Time Warner-Chef Jerry Levin hob besonders die Bedeutung der Arbeit von CNN, der Verlagsgruppe Time, von AOL und von NY1 News während Ereignisse seit den Terroranschlägen vom 11. September hervor.

An den internationalen Finanzplätzen wurde die verbesserte Gewinnsituation jedoch nicht gesehen. Im Gegenteil: Bei den Investoren machte sich Enttäuschung breit. Nachdem der Kurs der Aktie bereits in Frankfurt (Main) im Tagesverlauf um 3,27 Prozent auf 35,50 Euro gefallen war, gab auch die Notierung an der New Yorker Wall Street deutlich nach. In der ersten Handelsstunde büßte der Kurs 5,07 Prozent auf 31,80 Dollar ein.

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