Wirtschaft : Apollinaris besteht weiter

HAMBURG (lip/HB).Der britische Getränke- und Nahrungsmittelkonzern Cadbury Schweppes will mit der Dortmunder Brau und Brunnen AG das Gemeinschaftsunternehmen Apollinaris & Schweppes GmbH & Co., Hamburg, (A + S) weiterführen.Das Joint-venture sollte ursprünglich zum Ende des Jahres beendet werden."Die beiden Konzerne haben sich geeinigt, das Gemeinschaftsunternehmen gemeinsam weiter zu tragen", betont Lambert Leisewitz, Vorsitzender der A+S-Geschäftsführung.Wie die Zusammenarbeit und die Besitzverhältnisse beider Gesellschaften künftig aussehen werden, wurde nicht bekannt.Grund: Die Aufsichtsratsgremien beider Konzerne müßten dem Vertragswerk noch zustimmen.Der Cadbury-Konzern hält am Gemeinschaftsunternehmen bislang einen Anteil von 28 Prozent.

Daß die beiden Konzerne ihre Zusammenarbeit überprüft haben, wird mit dem härter werdenden Preiskampf auf dem deutschen Mineralwassermarkt begründet.Ursächlich für den Preisdruck seien erhebliche Überkapazitäten sowie das allgemein schlechte Konsumklima.

Erste Auswirkungen dürften die Mineralwasseranbieter auch durch die Bemühungen der deutschen Wasserwerke spüren, Leitungswasser verstärkt als Ersatz für Mineralwasser zu bewerben.Zudem nehme der Anteil der Haushalte zu, die Leitungswasser selbst mit Kohlensäure zu versetzen.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, versucht A + S seine Marken stärker am Markt zu positionieren."Die Gesellschaft muß wachsen, um die erhöhten Marketinginvestitionen zu verdienen", erläutert Leisewitz.Denn im laufenden Geschäftsjahr will der Getränkeanbieter die Werbeaufwendungen "kräftig steigern".Zahlen wurden hierzu allerdings nicht genannt.

A + S hatte bereits 1997 den Aufwand für Marketing, Werbung und Verkaufsförderung um zehn auf 33 Mill.DM erhöht.Den beiden Gesellschaftern flossen aus dem Vorsteuergewinn der Apollinaris & Schweppes im abgelaufenen Geschäftsjahr anteilig hingegen nur noch 35,7 Mill.DM zu - rund acht Prozent weniger als noch im Geschäftsjahr 1996.

Die A + S-Gruppe soll im laufenden Geschäftsjahr den "Vorsteuergewinn um zwei bis drei Prozent verbessern", kündigte Leisewitz an.Der Gesellschaft, die 439 (Vorjahr 448) Mitarbeiter beschäftigt, will 1998 den Umsatz um drei Prozent steigern.Die Ertrags- und Umsatzprognosen für 1998 seien aber im wesentlichen von der Wettersituation der Monate August und September abhängig, sagt Leisewitz.Der A + S-Umsatz stagnierte 1997 bei 294 Mill.DM, obwohl der Markt für nichtalkoholische Getränke um 6,7 Prozent auf 9,8 Mrd.Liter wuchs.44 Prozent des Absatzes waren Mineralwasser.

Um die geplanten höheren Werbeaufwendungen zu verkraften, plane man einen Investitionsschub.Das Kapital soll in die Modernisierung der Getränkeanlagen fließen, um die Produktivität zu verbessern.Wieviel A + S 1998 dafür einplant, wollte Leisewitz hingegen nicht sagen.1997 hatte die Gesellschaft 15,8 Mill.DM investiert.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben