Wirtschaft : Apotheken dürfen künftig auch an Sonntagen öffnen

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Apotheken dürfen künftig, wie der übrige Einzelhandel, an maximal vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr öffnen. Das hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am Mittwoch entschieden (Aktenzeichen: 1 BvR 1236/99 vom 16. Januar 2002). Die Deutschen Apotheker und der Einzelhandel begrüßten das Urteil, gehen aber nicht davon aus, dass es in der Praxis große Auswirkungen haben wird.

Im Gegensatz zum Einzelhandel durften Apotheken bislang nicht an verkaufsoffenen Sonntagen öffnen. Der Gesetzgeber hatte das mit gesundheitlichen Gründen, dem Schutz der Mitarbeiter und dem Bereitschaftsdienst der Apotheken begründet. Dagegen hatte eine Apothekerin aus Baden-Baden geklagt. Die Frau hatte ihre Apotheke an einem verkaufsoffenen Sonntag aufgeschlossen und war - wegen Verstoß gegen das Ladenschlussgesetz - zu einer Geldbuße von 1000 Mark verurteilt worden.

Jetzt gab das Bundesverfassungsgericht ihr Recht. Die Richter sind der Meinung, dass das Verkaufsverbot für Apotheken nicht mit dem Grundrecht der Berufsfreiheit vereinbar ist. Um die Angestellten vor übermäßiger Arbeitsbelastung zu schützen, dürfen Apotheken aber an Sonntagen höchstens fünf Stunden geöffnet haben und müssen am vorangehenden Sonnabend schon um 14 statt um 16 Uhr die Türen schließen.

Die Apotheker gehen nicht davon aus, dass die Entscheidung große Auswirkungen haben wird. "Das Urteil ist ohnehin nur für Innenstadtapotheken von Bedeutung", sagte Lutz Tisch, Justiziar der Bundesvereinigung deutscher Apothekenverbände. Dass die Sonntagsöffnung zu einer Umsatzsteigerung führen wird, glaubt er nicht, sie sei eher als zusätzliches Service-Angebot zu verstehen. In Berlin hatten einzelne Apotheken in Einkaufscentern nach Auskunft der Kammer schon vor dem Urteil an Sonntagen geöffnet.

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